13. November 2012 um 17:41
Der Tennis-Aufschlag gestaltet sich für einen Anfänger oft als Hürde. Die besondere Schwierigkeit besteht darin, den Aufschlag räumlich gezielt unterzubringen, ohne dabei die notwendige Geschwindigkeit des Balles zu vernachlässigen. Ein Anfänger sollte sich die Technik des Aufschlages anhand von 4 Lernstufen aneignen.
Stufe 1: Wurftraining
Aus biomechanischer Sicht gleicht der Aufschlag im Tennis stark dem eines Ballweitwurfes. Man könnte auch sagen, der Schläger wird gegen den Tennisball „geworfen“. Für einen Anfänger, der den Aufschlag erlernt, ist es also sinnvoll, dem eigentlichen Aufschlagtraining ein Ballwurftraining voran zu stellen.
Dabei beginnt man zu Anfang mit dem Ballwerfen von Tennisbällen – später steigert man das Gewicht, indem man einen Schlagball (200g) und zu guter Letzt einen Medizinball (500g) benutzt.
Von Anfang ist darauf zu achten, dass das Ballwerfen neben der notwendigen Schärfe auch zielgenau durchführt wird. Noch wichtiger ist, dass das Ballwerfen mit der tennistypischen Ganzkörperbewegung erfolgt, die eine kinematische Kette mit Rotation darstellt.
Stufe 2: Ball-Hoch-Wurf
Der Ball-Hoch-Wurf, der einen Tennisaufschlag einleitet, erfolgt für Rechtshändler beispielsweise mit der linken Hand, also der Hand, die in der Regel weniger motorisch geübt ist. Der Aufschlag besteht aus 2 Teilbewegungen, dem Ball-Hoch-Wurf und dem Ausholbewegung des Schlägers. Beide sind so aufeinander abzustimmen, dass am Ende der Ball optimal getroffen werden kann.
Ein Anfänger trainiert die Abstimmung beider Bewegungsabläufe ohne den eigentlichen Schlag zur Ausführung zu bringen. Der Ball wird kontrolliert und mit dem richtigen Gefühl nach oben geworfen, während zur gleichen Zeit die andere Hand die Pendelbewegung mit dem Tennisschläger ausübt. Der hochgeworfene Ball wird danach einfach wieder aufgefangen.
Stufe 3: Schlägerbewegung
Der dritte Teil beim Erlernen des Tennis-Aufschlages widmet sich ausschließlich der Schlägerbewegung mit der dazugehörigen Körperrotation. Der gesamte Bewegungsablauf wird als Einheit unter den Korrekturhinweisen des Trainers mehrfach wiederholt, ohne dabei den Ball hinzuzunehmen. Das Hauptaugenmerk liegt auf der Vordehnung und der Körperrotation, die im Gleichklang mit der Armbewegung erfolgt.
Stufe 4: Aufschlag üben
Die letzte Lernstufe umfasst den gesamten Tennisaufschlag an sich. Alle zuvor getrennt voneinander erlernten Bewegungsabläufe werden jetzt im Rahmen des Aufschlages zusammengefasst und in einer Ganzkörperbewegung koordiniert. Ein Tipp: Am Anfang sollte die Zielgenauigkeit im Hintergrund stehen – Hauptaufgabe muss es sein, den korrekten Bewegungsablauf zu erlernen.
Deshalb ist es für einen Anfänger wichtig, den eingeübten Tennis-Aufschlag nicht auf engbemessene Ziele zu richten, sondern große Flächen wie Wände oder Zäune als Zielobjekte zu wählen.
2. November 2012 um 17:33
Kreativität schulen
Die Übungsvariationen beim Short-Tennis sind praktisch unbegrenzt. Ein Trainer sollte seinen Spielern ein weitreichendes Improvisationsfeld und viel Raum für Kreativität lassen. Die Ausbildung eines individuellen Stils sollte immer im Vordergrund stehen.
Am besten gelingt das, wenn man spielerische Elemente in die einzelnen Übungen einfließen lässt. Die Tennisspieler sollen sich im Anfängerstadium beim Short-Tennis richtig „austoben“.
Fokus auf koordinativen Bereich
Desweiteren macht es in dieser Ausbildungsstufe Sinn, wichtige Grundschläge und erlernte Flugbälle mit einzubeziehen und damit zu festigen. Das trainingsmethodische Grundaugenmerk sollte im koordinativen Bereich liegen. So bietet sich insbesondere das Short-Tennis an, um das Tennisspiel mit beiden Armen zu schulen.
Short Tennis als Wettkampfform
2 Spieler stehen sich auf dem Short Tennis Feld gegenüber und spielen sich wechselseitig die Bälle über das Netz zu. Dabei können die Bälle sowohl als Grundlinienschlag als auch als Flugball gespielt werden.
So könnte man beispielsweise einen Wettkampf zwischen den einzelnen Spielerpaaren ausrufen. Welchem Paar gelingt es, den längsten Ballwechsel ohne einen Fehler zu erzielen? Eine weitere Aufgabenstellung könnte sein, in einem vorgegebenen Zeitraum so viele wechselseitige Ballberührungen wie nur möglich zu generieren.
Short-Tennis mit unterschiedlichen Schlagtechniken
Es gibt unzählige Möglichkeiten, die Spielform Short Tennis zu reglementieren. So wären Variationen denkbar, bei denen sich die beiden Spieler den Ball nur mit der Vorhand oder Rückhand zuspielen. Dabei könnte man weiter zwischen Flugball und Grundlinienball unterscheiden, auch ein doppelhändiges Spielen kann praktiziert werden.
Eine andere Variante wäre das Zuspiel entlang des Netzes – beide Spieler spielen sich den Ball über das Netz zu, indem sie sich auf einer gedachte Linie von Netzpfosten zu Netzpfosten bewegen. Erschweren könnte man das Netzpfostenspiel, indem man das paarweise „Netz-Wandern“ rückwärts ausführt.
Abschließend lässt man die Übungsform Short Tennis mit einer Spaßvariante ausklingen:
Die Spieler drehen den Tennisschläger in der Hand so, dass sie den entgegenkommenden Ball mit dem Griff zurückspielen müssen. Das kann am Anfang zwar zu einigen „Lachern“ führen, dient aber ebenfalls einer Schärfung und Verbesserung des Koordinationsvermögens.
26. Oktober 2012 um 18:25
Ausschalten der Ausholbewegungen
Die größten Fehlerquellen liegen beim Erlernen von Tennisschlägen in den Aushol- und Aufschwungbewegungen. Die Ursache ist in der großräumigen Ausweitung der Schlagdurchführung zu suchen. Bei Anfängern hat es sich im trainingsmethodischen Sinne als effektiv erwiesen, diese Ausholbewegungen auszuschalten beziehungsweise zu minimieren.
Spiel auf begrenztem Spielfeld
Eine gute Möglichkeit für dieses spezielle Training bietet das Short-Tennis. Das normale Tennisfeld wird dabei eingeschränkt. Um das Spielfeld einzugrenzen, wird auf beiden Seiten hinter dem Netz eine Grundlinie gezogen, die sich in einem Abstand von 1,5 – 2 Metern vom Netz befindet. Bei diesen Spielfeldabmessungen spielen die Parameter Kraft und Geschwindigkeit eine untergeordnete Rolle – das erleichtert das Erlernen der eigentlichen Schlagtechnik.
Bessere Selbstkontrolle
Die räumliche Eingrenzung ermöglicht dem Tennisspieler eine bessere Selbstwahrnehmung und damit Selbstkontrolle. Der Tennis-Anfänger merkt schnell, ob die Fußstellung optimal ist oder er in der richtigen Entfernung zum Ball steht. Da der Ball aufgrund des verkürzten Spielfeldes nicht sehr flach gespielt werden kann, ist der Spieler angehalten, den Ball von unten heraus zu spielen, um den Tennisball über das Netz zu befördern.
Trainerhilfe bei Gleichgewicht und Körperrotation
Wie oben beschrieben, dient das Short-Tennis vor allem der optimierten Selbstkontrolle. Wo der Trainer zwingend eingreifen muss, sind das Gleichgewicht und die Körperrotation. Gerade beim Short-Tennis besteht die Gefahr, dass die Schläge nur aus dem Schlagarm heraus gespielt werden.
Diese einseitige Bewegung entspricht aber nicht dem Tennisspiel auf einem normal begrenzten Spielfeld. So muss der Trainer besonders darauf achten, dass die Schläge unter dem Einsatz der Schulter- und Hüftrotation durchgeführt werden.
Auch das Gleichgewichtsverhalten, kontrolliert mit der richtigen Oberkörperstellung und Fußarbeit, obliegen der gezielten Trainerintervention. Aus biomechanischen Gründen gilt folgender Leitsatz im Tennistraining: Die Körperrotation und das optimale Gleichgewichtsverhalten sind die wichtigsten Faktoren eines gut ausgeführten Tennisschlages.
Bei der Erlernung der richtigen Körperrotation handelt es sich um einen motorischen Lernvorgang, der notwendig ist, um die Automatisierung und Speicherung dieses komplexen Bewegungsablaufes zu erwirken. So muss der Anfänger im Rahmen des Tennistrainings vom ersten Schlag weg lernen, dass jede Ausholbewegung mit der kontrollierten Zurücknahme der Schulter beginnt und die Schlagbewegung an sich durch die Vorwärtsrotation des Oberkörpers ausgelöst wird.
19. Oktober 2012 um 15:18
Der Halbflugball, auch als Half Volley bezeichnet, ist im Tennis ein spezielle Schlagtechnik, um ankommenden Ball zurückzuspielen. Die Kunst dabei ist es, den Ball kurz nach dem Aufkommen zurückzuspielen. Das hat einen stärkeren Überraschungseffekt auf den Gegner und der Tennisball bekommt einen ganz eigenen Drall.
Halbflugball auf Hindernisse
Anfänger lernen den Halbflugball, indem sie den ankommenden Ball nach dem Bodenkontakt nur kurz mit dem Schläger berühren, um vor allem das richtige Timing für den Ball zu bekommen. Später, wenn man das Gefühl für den Ball verinnerlicht hat, kann der Halbflugball über Hindernisse oder auf Zielobjekte gespielt werden.
Weitere Varianten beim Training des Halbflugballes könnten der Wechsel von Vorhand auf Rückhand sein oder ein Variieren zwischen kurz oder lang gespielten Bällen.
Halbflugbälle mit bestimmen Vorgaben
Der Schwierigkeitsgrad dieser Übung kann auf unterschiedliche Art und Weise erhöht werden. So kann der ankommende Ball als Halbflugball zwischen den Beinen zurückgespielt werden, was die Anforderungen insbesondere an die Koordination erhöht. Auch ein Umlaufen des Balles, bevor er als Halbflugball zurückgespielt wird, ist denkbar.
Eine weitere Erhöhung der koordinativen Anforderungen wäre, wenn der Spieler vor dem Halbflugball den Schläger von der linken Hand hinter dem Körper in die rechte Hand wechseln lassen würde. Auch kann eine feste Reihenfolge ausgerufen werden – der Trainierende muss den Halbflugball im strengen Wechsel – rechts am Körper, zwischen den Beinen, links am Körper, usw. – zurückspielen.
Spielform Halbflugball
Der Halbflugball lässt sich auch gut in eine Spielform einbinden. So könnten zwei Gegner in einem abgesteckten Feld gegeneinander wechselseitig über das Netz spielen. Die Herausforderung liegt darin, den Ball nur als Halbflugball zurückspielen zu dürfen. Diese Wettkampfform könnte auch im Doppel oder mit mehreren Spielern ausgeführt werden.
Auch hier könnte mit bestimmten Vorgaben gearbeitet werden: Die Bälle dürfen nur cross gespielt werden oder es muss nach einem strengen Wechsel Modus (cross/longline) gespielt werden.
8. Oktober 2012 um 13:23
Ähnlich wie beim einfachen Ballprellen mit der Hand, kann Selbiges auch mit dem Tennisschläger durchgeführt werden. Die einfachste Ballprallübung mit einem Tennisschläger ist, den Tennisball mit der Vorhand des Tennisschlägers senkrecht nach oben prallen zu lassen und zu versuchen, möglichst viele Ballkontakte auf dem Schläger zu erzielen.
Später kann das Ballprellen mit dem Schläger auch mit der Rückhand und der anderen Hand durchgeführt werden. Wer das Ballprellen gut beherrscht, kann den Tennisball wechselseitig zwischen Schlägerfläche und Schlägerrahmen „tanzen“ lassen.
Kleine Wettkämpfe zum Ballprellen
Um das Ballprellen mit dem Tennisschläger und das damit verbundene Ballgefühl weiter zu verbessern und vor allem Spaß in das Training zu bringen, bieten sich kleine Wettkampfspiele innerhalb der Trainingsgruppe an. So könnte der Tennisspieler gesucht werden, der in einem festgelegten Zeitraum die meisten Schläger-Ball-Kontakte schafft. Ein anderer Anreiz könnte darin liegen, das 2er Spielerteam zu suchen, das beim wechselseitigen Zuspiel in der Luft in einer bestimmten Zeit die meisten Schlägerkontakte erzielt.
Ballprellen gegen den Boden
Um das Ballgefühl sehr facettenreich auszubilden, sollte beim Ballprellen mit dem Tennisschläger der Bodenkontakt mit einbezogen werden. Sehr gut lässt sich das Ballprellen auf der Erde mit dem Schläger als Partnerübung gestalten. So stehen sich zwei Tennisspieler in einem Abstand von 3 – 5 Meter gegenüber – es gibt nur einen Tennisball und einen Tennisschläger. Ein Tennisball wird von Spieler 1 durch einen Bodenkontakt zu Spieler 2 geprellt.
Während der Tennisball auf dem Weg zu Spieler 2 ist, wirft Spieler 1 seinen Tennisschläger dem Ball nach zu Spieler 2 – dieser fängt der Schläger auf und prallt den ankommenden Ball mit dem Tennisschläger zu Spieler 1 zurück, um im Anschluss ebenfalls den Tennisschläger in der Luft zum Partner zu werfen.
Diese Übung kombiniert mehrere Fähigkeiten miteinander. Neben der Schulung des Ball- und Schlägergefühls werden auch koordinative Fähigkeiten verbessert, wie die Reaktions- und Orientierungsfähigkeit.
Ballprellen zwischen zwei Spielern in unterschiedlichen Ausführungen
So könnten die sich gegenüberliegenden Tennisspieler den Ball wechselseitig in der Luft oder am Boden zuspielen. Immer wenn ein Tennisspieler den Ball gespielt hat, muss er sich um seine eigene Körperachse drehen. Eine andere Variante wäre, den Ball mit der linken Vorhand zu stoppen, den Schläger in die andere Hand nehmen und dann mit dieser dem Tennisball zum gegenüberstehenden Partner zurückpassen.
Der Schwierigkeitsgrad könnte weiter erhöht werden, wenn einer der Spieler den ankommenden Ball hinten zwischen den Beinen annehmen muss, den Ball einmal vor sich aufprallen lässt, den Schläger wieder nach vorne führt und den Tennisball im Anschluss zum Partner zurück prellt, der den selben Ablauf vornimmt.
24. September 2012 um 11:47
Die Ballannahme ist eine weitere Übung, welche das Ballgefühl einen Tennisspielers schulen kann. Dabei kann man mit folgender einfachen Übung beginnen. Selbst erfahrene Spieler praktizieren vor wichtigen Spielen das Ballfangen mit dem Schläger, in erster Linie um in den Wettkampf zu finden und ein Gefühl für Platz und Ball zu bekommen.
Der Ball liegt auf den waagerecht gehaltenen Schläger und wird dann durch das Hochschnellen des Schlägers senkrecht nach oben geschossen. Kehrt der Ball wieder senkrecht zurück, muss der Tennisspieler versuchen, den Ball mit dem Schläger wieder aufzufangen und zwar so, dass der Ball nicht wieder vom Schläger wegspringt oder herunterrollt. Um die Geschwindigkeit des herunterkommenden Balles auf abzubremsen, muss der Spieler den Ball im Endstadium seines Fluges mit dem Schläger begleiten und mit der Bewegung und der Geschwindigkeit des Balles „mitgehen“.
Ballfangen als Partnerübung
Die gleiche Übung des Ballfangens kann auch zwischen zwei Spielern in Form einer Partnerübung praktiziert. Zu dem Aspekt des Ballfangens kommt ein weiterer, der Aspekt des Ballwerfens oder Schlagens, hinzu. Spieler 1 legt den Tennisball auf den horizontal gehaltenen Schläger und wirft ihn mit so viel Gefühl zu seinem gegenüberstehenden Partner (Spieler 2), dass dieser diesen problemlos abfangen kann.
Das tut er dadurch, dass er den Schläger dem entgegenkommenden Ball entgegen führt und ihm mit dem Kontakt auf der Schlägerfläche wieder zurückführt, um die Geschwindigkeit und Bewegung des Balles aufzunehmen und damit abzubremsen. Danach wirft er den ruhenden Tennisball vom Schläger wieder zum Mitspieler zurück.
Ballfangen mit konkreten Aufgabenstellungen
Um den Schwierigkeitsgrad weiter zu erhöhen, wäre es möglich, den mit dem Schläger aufgefangenen Ball um den Körper Rücklinks herum zu führen, die Hand zu wechseln und danach den Ball wieder zum Partner zurückzuprallen. Eine andere Möglichkeit ist, das Gleichgewichtsgefühl des Körpers bewusst zu „stören“. So könnten beide Spieler nur auf einem Bein stehen oder auf den Zehenspitzen. Noch schwieriger würde es, wenn Beide das wechselseitige Ballfangen auf einem Balanceboard stehend absolvieren.
Eine weitere Ausführungsform wäre die Variante, das Ballfangen mit dem Schläger in komplexere Bewegungsabläufe zu integrieren und so den Ablauf noch anspruchsvoller zu praktizieren. So geht dem eigentlichen Ballfangen mit dem Schläger ein kurzer Sprint oder eine Sprungserie voraus, die dem Tennisspieler das nachfolgende Ballfangen deutlich erschweren soll.
17. September 2012 um 13:12
Das Ballprellen im Tennis ist eine nicht zu unterschätzende Fertigkeit. Gerade für Anfänger nimmt das Ballprellen eine wichtige Stellung ein. Da der Ball beim Aufschlag im Tennis aus der Hand heraus geschlagen wird, ist das Ballgefühl für einen Tennisball von großer Bedeutung. Mit einfachen Übungen lassen sich das Ballgefühl und damit das Ballprellen mit einem Tennisball trainieren.
Verschiedene Körperpositionen
Eine einfache Übung ist den Ball auf den Boden prallen zu lassen und danach wieder aufzufangen. Das kann sowohl mit der rechten als auch mit der linken Hand geschehen. Der Sportler steht und lässt den Ball einfach gegen die Erde prallen. Um den Schwierigkeitsgrad zu erhöhen, können unterschiedliche Körperpositionen eingenommen werden, von wo aus der Tennisball gegen den Boden geprellt wird. So kann das Ballprellen stehend, kniend oder im liegenden Zustand erfolgen.
Unterschiedliche Geschwindigkeiten
Ein weiteres Kriterium ist die Geschwindigkeit, mit welcher der Ball auf den Boden geprellt wird. Sinnvoll ist eine stetige Steigerung. Geht es am Anfang darum, eine Geschwindigkeit zu wählen, die das Fangen des Balles förderlich ist, sollte mit der Zeit die Geschwindigkeit erhöht werden, um den Schwierigkeitsgrad zu erhöhen.
Hochprellen
Die entgegensetzte Übung zum Ballprellen, ist das Hochprellen. Dabei wird der Ball nicht auf den Boden geprallt, sondern mit der Handfläche oder dem Handrücken jongliert. Auch hier bekommen Tennisanfänger ein Gefühl für den Ball und dessen Sprungverhalten. Alternativ kann man den Tennisball dann auch mit anderen Körperteilen wie dem Oberschenkel oder den Fuß nach oben prallen lassen.
Ballprellen in unterschiedlichen Ausführungen
Es gibt viele Möglichkeiten, das Ballprellen im Tennis variabel zu gestalten und dadurch das Erlernen dieser Balltechnik zu fördern. So kann der Ball vor dem Körper auf den Boden geprallt werden, rücklings oder auch seitwärts. Noch anspruchsvoller wird die Trainingsübung des Ballprellens, wenn der Tennisspieler mit 2 Bällen übt. Denkbar wäre auch, einen Parcours aufzubauen, bei dem die Tennisspieler unterschiedliche Hindernisse laufend oder kletternd zu überwinden haben, während sie den Tennisball aus der Hand heraus auf den Boden prellen.
Partner- und Gruppenübungen
Das Ballprellen kann auch in Partnerübungen oder spielend in die ganze Trainingsgruppe eingebunden werden. So können zwei Spieler sich den Tennisball wechselseitig zuspielen, indem sie den Ball vorher auf den Boden prallen lassen. Eine Trainingsgruppe kann sich im Dreieck, Kreis oder Viereck positionieren und sich einen oder mehrere Tennisbälle nach vorgegebenen Ablaufschema durch Bodenkontakt gegenseitig zu prallen.
11. September 2012 um 16:52
Der Aufbau der Zieltechnik ist maßgeblich von 3 Trainingszielen abhängig. Neben der Optimierung der Situationsbewältigung und der Variabilität der einzelnen Schlagtechniken ist die allgemeine Handlungsflexibilität, die sogenannte automatische Abruffähigkeit von grundlegender Bedeutung, wenn es darum geht, eine gut ausgeprägte Zieltechnik zu schulen.
Positionierung des Spielers im Aufschlagfeld
Der Spieler positioniert sich unmittelbar vor der T-Linie, der Trainer befindet sich diagonal im gegenüberliegenden Aufschlagfeld und spielt dem Tennisspieler in regelmäßiger Folge Bälle zu. Dabei ist am Anfang darauf zu achten, dass die Bälle sehr flach und kurz gespielt werden, um es dem Trainierenden so einfach wie möglich zu machen.
Der Tennisspieler wiederum versucht den Ball mit dem Ziel zurückzuspielen, das gegnerische Aufschlagfeld zu treffen, indem sich der Trainer aufhält. Noch besser ist es, genau den Trainer, vorzugsweise seine untere Körperhälfte anzuvisieren. Nach einer gewissen Zeit spielt der Trainer die ankommenden Bälle direkt wieder zurück und versucht so einen spielnahen Ballwechsel zu inszenieren.
Länger, schneller, höher – unterschiedliche Ausführungsformen
Steigt die Spielfertigkeit eines Spielers an, kann man die Übungsform intensivieren, indem man die geschlagenen Bälle höher, schneller oder länger spielt und es so dem Trainierenden erschwert, das Rückspiel präzise durchzuführen. Die wichtigste Aufgabenstellung bleibt dabei: Der Tennisspieler darf das Aufschlagfeld nicht verlassen! Das führt im Umkehrschluss für den Tennisspieler zu der Maßgabe, den Ball direkt zurückzuspielen oder als alternative Ausführung im Halbflugball. Anfangs sollten Serien mit 50 – 80 Bällen gespielt werden, immer aus den gleichen Positionen, sowohl des Trainers als auch des Spielers, heraus.
Schlagrichtung und Schlagart variieren
Später sollten zwingend die Positionen gewechselt werden. Wechsel der Schlagrichtung, der Schlagart – aber auch die Schrittführung zum Ball oder der Absprung können variiert werden. So ist es zum Beispiel auch denkbar, dass der anzuspielende Spieler mit dem Rücken zum Trainer steht und erst auf ein akustisches Signal hin, sich umdreht und auf den Ball aktiv reagiert. Das schärft vor allem das Reaktionsvermögen des Tennisspielers.
Wechsel zwischen cross und longline
Noch variantenreicher und schwieriger wird das Training der Zieltechnik, wenn der Trainierende beispielsweise jeden dritten oder vierten Ball nicht mehr cross auf den Trainer zurückspielen muss, sondern dazwischen immer einen Ball longline, die Seitenlinie entlang, spielt. Auch beim Longline-Schlag ist der Spieler angehalten, in eine bestimmte Zielfläche zu treffen, die später sogar verkleinert werden kann, um den Schwierigkeitsgrad auszureizen.
Bei letzterer Übungsform werden insbesondere die Orientierungsfähigkeit und Differenzierungsfähigkeit des Tennisspielers geschult – die Anforderungen an die koordinative Umsetzung werden angehoben.
um 16:50
Der Flugball im Tennis, auch als Volley bezeichnet, wird in seiner Ausführung oftmals unterschätzt. Vielen Spielern fällt es schwer, den Volley-Ball richtig zu kontrollieren – ihm letztendlich die gewünschte Schärfe und Richtung zu geben. Der Flugball ist ein wirksames Mittel, um einen Spielzug noch schneller zu machen oder den Gegenspieler zu überraschen. Der Flugball kommt meistens in unmittelbarer Nähe zum Netz zum Einsatz.
Für den Anfänger ist es zu aller erst einmal wichtig, ein grundlegendes Gefühl für diesen Schlag zu entwickeln – denn er nimmt im klassischen Schlagrepertoire eines Tennisspielers eine Sonderrolle ein.
Einfache Flugbälle zurückspielen
So wäre es denkbar, dass der Spieler auf dem Rücken unmittelbar hinter dem Netz in Schlagrichtung liegt und die vom Trainer gespielten Bälle aus der Rückenlage heraus per Volley über das Netz zum Trainer zurückspielt. Anfangs kann der Trainer die Bälle direkt auf dem am Boden liegenden Spieler spielen – später ist der Trainierende angehalten, sich zu strecken oder zu drehen, um die entgegenkommenden Bälle zu erreichen. Koordinativ erhöht wird der Schwierigkeitsgrad, indem der Tennisspieler beispielsweise mit 2 Schlägern trainiert und die Bälle abwechselnd mit der linken und rechten Hand über das Netz spielt.
Flugball mit Anschlusshandlungen
Eine weitere Erhöhung des Schwierigkeitsgrads wird erreicht, wenn der Spieler aus einer Teilbewegung heraus den Flugball folgen lässt. So kann der Tennisspieler beispielsweise sich in einer Liegeposition hinter dem Netz befinden. Er reagiert auf den Ball des Trainers, indem er die Liegestellung verlässt, aufspringt und den Ball per Flugball zum Trainer zurückspielt. Eine weitere Möglichkeit wäre, dass der Spieler mit dem Rücken zum Trainer steht, sich auf ein akustisches Signal hin in Schlagrichtung dreht und den ankommenden Ball als Flugball ausführt.
Der Becker-Hechter
Wer kennt ihn nicht, den berühmten Hechtsprung von Boris Becker. Dieser eignet sich hervorragend, um die Fertigkeiten rund um den Flugball weiter zu verbessern. So wird anfangs empfohlen, mit einer Trainingsmatte zu arbeiten, um den Sprung und damit den Aufprall des Spielers abzufangen. Der Trainer spielt nun bewusst die Bälle vom Körper des Trainierenden weg, um ihn zu einem Hechtsprung zu animieren.
Der Tennisspieler wiederum setzt zum Hechtsprung an und versucht, den Ball vor dem Aufkommen zu erreichen und gezielt wieder über das Netz zu befördern. Bei dem Hechtsprung mit anschließendem Volley-Schlag ist darauf achten, dass die Anschlusshandlung, das Abrollen, kontrolliert erfolgt. Rechtshänder sollten immer über die rechte Schulter abrollen, Linkshänder über die linke Schulterseite.