23. Mai 2013 um 18:25
Wie bei jeder Sportart, so muss auch das Techniktraining unter unterschiedlichen Rahmenbedingungen durchgeführt werden. Das Techniktraining kann durch den einzelnen Spieler, innerhalb eines Gruppentrainings oder in unmittelbarer Anwendung einer Spielform absolviert werden.
Die Grundtechniken im Eishockey Scheibenführen, Passen und Schlittschuhlaufen sollten in allen 3 methodischen Bereichen ausreichend trainiert werden.
Schlittschuh-Ballett
Um in das Techniktraining reinzufinden, bietet sich die Übung des Schlittschuh-Balletts an. Alle Spieler finden sich in einer abgesteckten Eisfläche ein und führen auf Anweisung bestimmte technische Laufübungen durch, die an Ballettübungen erinnern.
Einmal stehen die Eishockeyspieler auf den Kuvenspitzen, das andere Mal auf den Enden. Im Anschluss springen sie von einem Bein aufs Andere. Dann wechseln sie zum Beispiel ihre Körperhaltung, indem sie sich abwechselnd groß und klein machen, während sie über das Eis gleiten.
Scheibenführen im Gruppen-Pulk
Im Hauptteil des Techniktrainings markiert der Trainer eine kleine Eisfläche, auf der sich alle Trainierenden einfinden und Eis laufen, indem sie den Puck führen. Jeder Spieler hat einen Puck, den er eng am Schläger führt.
Alle Eishockeyspieler laufen durcheinander und müssen dabei darauf achten, nicht aneinander zu stoßen. Wichtig ist, dass die Spieler den Gegenspielern rechtzeitig ausweichen. Hier sind vor allem koordinative Fähigkeiten wie die Reaktionsfähigkeit und die Orientierungsfähigkeit gefragt.
Das Durcheinanderlaufen wird zusätzlich durch Übungen erschwert, die auf Signal des Trainers von allen Schützlingen durchgeführt werden. Das können 360 Grad Wendungen sein, ein Absetzen der Knie auf dem Eis, ein Rückwärtslaufen oder gar ein Purzelbaum.
Zudem kann der Trainer Zeichen geben, auf deren Reaktion die Eishockeyspieler die Geschwindigkeiten beim Scheibenführen erhöhen oder schlagartig wieder verlangsamen.
3 gegen 3
Als Abschluss, um insbesondere das Scheibenführen und das Passen spielnah zu trainieren, kommt die Spielform 3 gegen 3 zur Anwendung. Alternativ je nach Größe der Trainingsgruppe kann auch 4 gegen 4 oder 5 gegen 5 gespielt werden.
Ziel ist es, den Puck in den eigenen Reihen zu halten und möglichst viele Pässe zum Nebenmann zu befördern. Gewonnen hat das Team, dem es gelingt, die meisten Pässe zu spielen, die ohne Gegnerunterbrechung ihr Ziel finden.
2. April 2013 um 18:43
Jeder guter Eishockeyspieler sollte das Dribbling beherrschen. Das Dribbling vereinigt mehrere Fähigkeiten in sich. Neben der eigentlichen Schlägertechnik spielen auch das Schlittschuhlaufen, die Koordination und das Puckgefühl eine Rolle. Mit einem wirksamen Dribbling gelingt es Eishockeyspielern, den Gegner auszuspielen, Überzahlsituationen zu schaffen oder Tore zu erzielen.
Bereits im Jugendalter sollte das Dribbling fester Bestandteil im Eishockeytraining sein. Unterschiedliche Übungen dienen der Erlernung und der Festigung dieser technischen Fähigkeit.
Stationstraining: Dribbling
Station 1:
Um insbesondere die Koordination in Verbindung des Dribblings zu schulen, bietet sich ein Dribbling mit 2 Pucks an. Dabei bedient sich der Eishockeyspieler neben dem Stock auch seinen Schlittschuhen als Hilfsmittel. Beide Pucks werden gleichzeitig, der eine mit dem Stock, der andere mit dem Schlittschuh, in einem abgesteckten Feld geführt.
Um den Schwierigkeitsgrad für den einzelnen Übenden zu erhöhen, können mehrere Spieler dazu gezogen werden. Der Spieler muss sich jetzt nicht mehr nur auf die 2 Pucks konzentrieren, sondern zudem auf das Laufverhalten der anderen Trainierenden achtgeben.
Station 2:
Diese Station ist mit vielen verschiedenen Hindernissen besetzt. Diese müssen durch die Spieler der Reihen nach rumkurvt werden. Dabei können als Hindernisse unterschiedliche Gegenstände wie Pucks, Pylone oder kleine Tore eingesetzt werden. Später werden andere Spieler als bewegliche Hindernisse hinzugezogen, um den Schwierigkeitsgrad zu steigern.
Station 3:
Zwei Spieler finden sich zu einem Paar zusammen. Ein Spieler wird zum angreifenden Spieler, der andere übernimmt die Verteidigungsposition. Nun versucht der Angreifer, den Abwehrspieler mit einem Dribbling auszuspielen. Anfangs verhalten sich die Abwehrspieler passiv, später sollten sie aktiv versuchen, das Dribbling des Angreifers zu unterbinden.
Spielform: Offene Tore
Eine gute Spielform, um das Dribbling zu trainieren, ist das Spiel auf offene Tore. Dabei werden auf einem Spielfeld mehrere offene Tore in Form von Pylonen aufgestellt. Es werden 2 Mannschaften gebildet, die die Aufgabe haben, einen Spieler so freizuspielen, dass er ungehindert durch die offenen Tore mit dem Puck dribbeln kann. Sieger ist die Mannschaft, die am Ende die meisten Dribbel-Tore erzielt hat. Das Spiel dauert 10 – 15 Minuten.
Ausklingen kann man das Dribbling-Training mit einem Staffelspiel beider Mannschaften. Jeweils ein Spieler einer Mannschaft durchläuft einen Slalom-Parcours hin und zurück. Wenn er diesen ohne Fehler passiert hat, übergibt er den Puck an den nächsten in der Reihe stehenden Spieler. Es gewinnt die Mannschaft, die als Erste alle Spieler fehlerfrei durch den Dribbling-Parcours geführt hat.
17. März 2013 um 18:09
Das Dribbling oder die Scheibenführung haben aufgrund der erhöhten Schnelligkeitsentwicklung im Eishockey vielleicht auf den ersten Blick an Bedeutung verloren. Unabhängig von kürzeren Puckhaltezeiten ist das Scheibenführen auch im modernen Eishockey ein wichtiges technisches Mittel, um Spiele erfolgreich zu bestreiten.
Schon im Kindes- und Jugendalter sollte das Dribbling regelmäßig trainiert werden. Denn neben dem Raumgewinn und dem Ausspielen von Gegenspielern schult das Scheibenführen generell auch das Puckgefühl, welches für Direktabnahmen, Pässe und Torschüsse unheimlich wichtig ist.
Puck jagen in kleinen Gruppen
Beim Dribbling-Training mit Kindern und Jugendlichen hat sich das Stationstraining bewährt, auf das im Folgenden näher eingegangen werden soll. Die Trainingseinheit im Scheibenführen lässt sich gut einleiten, indem man Gruppen von 3-6 Spielern bildet und diese auf einer Spielfläche von 10 x 10 Meter einem Puck hinterher jagen lässt.
Wer den Puck ergattert hat, muss ihn durch eine geschickte Scheibenführung so lange wie möglich gegen die Angriffe seiner Gegenspieler behaupten. Dieser Einleitungsteil könnte 5-10 Minuten in Anspruch nehmen. Nun aber zu den Dribbling-Stationen:
Stationstraining Scheibenführen
Die Stationen werden in 3 Bereiche aufgeteilt, von allen Spielern durchlaufen und nehmen jede für sich 3-5 Minuten in Anspruch.
Station 1:
Eine Bahn von 8-10 Metern. In Form einer Pendelstafette wird der Puck von allen Eishockeyspielern von einer Seite auf die andere transportiert.
Station2:
2 Spieler kämpfen abwechselnd auf einer abgesteckten Spielfläche (5 x 5 Meter)um den Puck. Wobei mal der eine Spieler den Puck vor seinem Gegenspieler abdeckt, mal der andere.
Station 3:
Hier soll der Puck in Form einer Acht an 2 Markierungen vorbeigeführt werden. Die Hütchen haben einen Abstand von 1-2 Metern. Wobei sich 2 Spieler immer abwechseln sollen und auch bei der Art des Dribblings variieren: Mal wird der Puck vor dem Körper um die Markierungen geführt, ein andermal im seitlichen Dribbling.
Spielform „Durch die Beine spielen“
Mit einer interessanten Spielform kann man die Trainingseinheit Scheibenführen ausklingen lassen. Dabei werden durch den Trainer 2 Teams gebildet. Die Spieldauer beläuft sich auf 10-15 Minuten. Die eine Mannschaft positioniert sich beliebig auf dem Eis und bleibt breitbeinig stehen.
Die andere Mannschaft hat die Aufgabe, in einer vorgegebenen Zeit, so viele Tore wie nur möglich zu erzielen. Als Tore zählen die direkten (ohne Berührung) Durchspiele durch die Beine der Gegenspieler.