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12. März 2014

Kreuzen der Laufwege – Championsleague Achtelfinale; FC Arsenal – FC Bayern 0:2

https://www.youtube.com/watch?v=X-en91LXJF4

Gerade in der zweiten Hälfte dieses Spieles entwickelte sich der FC Arsenal zu einem londoner Bollwerk. Dies machte es den Angreifern des FC Bayerns schwer genügend Raum für ein Anspiel zu erhalten. Trotz eines hohen Anteils im Ballbesitz (78 %) konnte man nur verhältnismäßig wenig torgefährliche Situationen erspielen.

Erst durch die Einwechslung eines zweiten direkten Stürmers (C. Pizarro, T. Müller) gelang es ein zweites Tor zu erzielen. Hierbei ist gut zu erkennen, dass sich die Laufwege beider Stürmer kreuzen, wodurch genügend freier raum für T. Müller entsteht um einen erfolgreichen Kopfball im Tor der „Gunners“ unterzubringen. Um diesen Überraschungsmoment erlenen und effektiv nutzen zu können, werden folgend einige Übungen dargestellt.

Einfaches Schneiden der Laufwege

Diese Übung soll zunächst dazu dienen ein einfaches Verständnis für die Laufwege zu entwickeln. Die Spieler sollten hierbei nicht auf Signal oder Kommando des Trainers, sondern durch eigene Initiative in die Übung starten. Zwei Spieler stehen etwa 25 Meter vor einem Tor und laufen zunächst parallel zueinander an. Auf Initiative eines der Spieler kreuzen sie ihre Laufwege.

Beide Spieler sind daher angehalten stets aufmerksam zu sein, und den Laufweg des Mitspielers zu beobachten. Hinter dem Tor stehen weitere Spieler, welche den heranlaufenden Stürmern nun Bälle zuwerfen. Dies sollen mit dem Kopf im Tor untergebracht werden.

Variationen:
– mit Torhüter
– Wechsel der Torabschlüsse (Kopfball, Volleyschuss, flacher Schuss)
– zwei Zuwerfer, welche zufällig einen der Stürmer anspielen
– Aufstellen von Trainingsdummies, welche die Laufwege und Torabschlüsse erschweren

Laufwege kreuzen mit Flügelspieler

In dieser Passform geht es hauptsächlich um den Spielaufbau über die Außen. Ihr benötigt hierfür also jeweils einen Flügelspieler, zwei Angreifer und ein Tor. Ein Flügelspieler spielt einen Doppelpass mit einem der Stürmer. Nachdem der ballführende Spieler über die Außenbahn gelaufen ist schlägt er eine Flanke auf einen der Stürmer vor das Tor. Beide Stürmer haben nach dem Doppelpass ihre Wege in Richtung Tor gekreuzt.

Wichtig ist hierbei das richtige Timing der Stürmer, welche erst unmittelbar vorm Flankenball ihre Laufrichtungen abrupt ändern und ihre Laufwege kreuzen.
Variation:

– Üben mit Torhüter
– Üben mit passiven Gegenspielern oder Spielerdummies
– Flanken im Wechsel von beiden Seiten
– Ball wird auf einen dritten Angreifen per Kopf abgelegt

Überzahlspiel

Ein geeignetes Mittel um die neu erlernten Laufwege zu festigen ist ein klassisches Überzahlspiel auf ein Tor. Fünf Angreifer stehen dabei drei Verteidigern und einem Torhüter gegenüber. Das angreifende Team besteht aus zwei zentralen Stürmern und drei Mittelfeldspielern (1 x zentral, 2 x außen).

Ziel ist es durch geschickte Wege genügend Platz für einen erfolgreichen Torabschluss zu erlaufen.

Variation:

– gleiche Anzahl an Spielern beider Teams. Hierbei ist ein Bereich auf den Außenflächen gekennzeichnet, in dem die Flügelspieler nach einem Pass nicht angegriffen werden dürfen.
– Torerzielung nur durch die zentralen Stürmer möglich
– geheime Vorgabe der Torerzielung – das heißt eine Mannschaft bekommt eine bestimmte Vorgabe (z.B. Tor nach Flanke, nur Kopfballtor, Tor nach Kopfballablage, Tor nach Pass durch das Zentrum), ohne das die Gegenmannschaft diese Vorgabe kennt.

Kategorie: Taktik – Autor: kd – 09:58 - Kommentare (0)
21. Dezember 2013

Kopfballtraining – Zusammenspiel mit Torhüter

Das Regelwerk verbietet die Ballaufnahme mit der Hand durch den Torhüter bei absichtlichem Rückpass eines Feldspielers. Aufgrund dieses Verbotes kann es immer wieder zu gefährlichen Situationen (wie im Beispiel) kommen, etwa wenn der Torhüter durch einen angreifenden Gegenspieler bedrängt wird. Daher sollten ein gutes Zusammenspiel und eine gute Kommunikation zwischen Torhüter und Abwehrspieler geprobt werden.

Einige Grundlagen

– eine Verlängerung des Balles zum Torhüter ohne direkten Blickkontakt sollte möglichst so geköpft werden, dass der Ball knapp am eigenen Tor vorbeigeht, sollte der Torhüter den Ball nicht fangen können oder Ähnliches
– Flanken, die nicht in Kopfhöhe sondern unterhalb des Kopfes des abwehrenden Spielers ankommen, sollte nicht versucht werden per Kopf zu verlängern. Diese werden sicher mit der Brust angenommen.
– Das Regelwerk verbietet eine direkte Kommunikation („Den Ball habe ich“, „Torhüter“, usw.) des Torhüters mit dem eigenen Abwehrspieler, da dies einen Gegenspieler beeinflussen könnte. Daher sollte eine Art „Codewort“ für versch. Situationen festgelegt werden. Häufig hört man hier „Leo“ für „lass den Ball durch“.

Kopfballübung zu dritt

Drei Spieler stehen in Reihe. Ein äußerer Spieler wirft den Ball zu dem Spieler in der Mitte – dieser Verlängert kontrolliert mit dem Hinterkopf auf den Hintermann, dreht sich um und wartet auf den nächsten zugeworfenen Ball (siehe Grafik). Nach mehreren Wiederholungen sollte der köpfende Spieler in der Mitte gewechselt werden.

Übung 2: Gruppenstafette

Diese Übung ist nichts für Anfänger. Auch wenn es eine anscheinend leichte Übung ist, wird diese durch viele Fehler unnötig unterbrochen und verliert somit an Effektivität.
Bildet 2 Gruppen die in Reihe stehen. Der vorderste Mann wirft sich selbst den Ball nach oben und verlängert diesen nach hinten zum nächsten Gruppenmitglied. Dieser verlängert den Ball wieder direkt und so weiter – bis der hinten stehende Spieler den Ball fängt siehe (Grafik 2).

Variationen:
Der Fänger läuft auf die Startposition und der letzte Spieler in der Reihe wird neuer Fänger. Welche Gruppe zuerst einmal komplett durchgewechselt wurde, hat gewonnen.

Kategorie: Taktik – Autor: kd – 09:31 - Kommentare (0)
4. Dezember 2013

Kopfballableger

Gerade bei Standartsituationen sind einstudierte feste Spielzüge von Vorteil. Ein Kopfballableger kann hierbei genutzt werden um den gegnerischen Abwehrverband zu täuschen und irritieren um einen eigenen Spieler in gute Position zu einem erfolgreichen Torabschluss zu bringen.

Ebenso biete es gute Möglichkeiten um eine zu lang geschlagene Flanke, die zunächst keine Torgefahr für den Gegner darstellt, wieder in torgefährlichen Raum zu bringen. Kopfballableger können im Training sehr gut einstudiert werden. Hierfür findet ihr im Folgenden einige Trainingsübungen.

Torabschluss nach Ablage

Stellt einen Reebounder seitlich zum Tor auf. Ein Zuwerfen wirft den Ball gegen den Reebounder. Ein einlaufender Spieler versucht den abgelegten Ball möglichst per Kopf im Tor unterzubringen.
Variation:
– Zuwerfer spielt den Ball mit dem Fuß
– Reebounder durch Spieler ersetzen

Neben diesen Übungen und den typischen Taktikübungen (Eckball/Freistoß, Kopfballablage seitlich vom Tor, Torabschluss) im Training gibt es noch einige weitere Möglichkeiten, um den Kopfballableger – auch aus dem Spielfluss heraus – in einer Fußballelf zu festigen.

Handball – Kopfball Spiel I

Zwei Teams zu je 5 Spielern spielen auf zwei Tore die im Abstand von etwa 25 Metern stehen ohne Torhüter. Die Spielfeldgröße eher zu klein als zu groß wählen. Bei dieser Übung soll keine Ausdauer aufgebaut werden.

Vielmehr geht es darum, dass es möglichst viele Kopfbälle gibt. Beide Teams spielen sich den Ball ausschließlich mit der Hand zu. Der Ballführende Spieler darf nur drei Schritte gehen. Torerzielung ist lediglich mit dem Kopf möglich, nachdem ein weiterer Spieler diesen mit dem Kopf abgelegt hat. In einem kleineren festgelegten und markierten Raum (etwa der 5-Meter-Raum) darf der Ball nur mit dem Kopf gespielt (Angriff und Abwehr) werden.

Das heißt, der Ball muss in diesen Bereich hineingeworfen, und darf anschließend nur per Kopf ins Tor (Angreifer) oder aus diesem Bereich heraus (Verteidigung) gespielt werden. Spielerpositionen mannschaftsintern nach 1 Minute wechseln (Angriff – Sturm).
Variation:
– Spiel mit Torhüter
– Ballführender darf keine Schritte gehen
– Ausbälle und Freistöße (nach Regelverstoß wie .z.B. zu viele Schritte des Ballführenden) müssen als weiter Einwurf in den Torbereich hineingeworfen werden
– Torerzielung auch durch Volleyabnahme mit dem Fuß
– Ball darf nur 5 Sekunden gehalten werden

Handball – Kopfball Spiel II

Die Grundregeln sind wie beim oben genannten Spiel Handball-Kopfball I. Positioniert neben dem Tor jeweils einen Spieler auf bzw. einen Schritt hinter der Grundlinie.

Diese Spieler dürfen nicht abgedeckt werden. Vor einem Torabschluss müssen sie erst angespielt werden. Diese werfen dann den Ball als Vorlage zum Torabschluss zurück.

Variation:

– Vorlagen dürfen auch von den außen stehenden Spielern nur per Kopf gespielt werden
– Spiel mit Torhüter
– Ballführender darf keine Schritte gehen
– Ausbälle und Freistöße (nach Regelverstoß wzB. Zu viele Schritte des Ballführenden) müssen als weiter Einwurf auf den Vorlagengeber gespielt werden
– Torerzielung auch durch Volleyabnahme mit dem Fuß
– Ball darf nur 5 Sekunden gehalten werden
– Regeln in normales Fußballspiel einbauen

Kategorie: Taktik – Autor: kd – 15:24 - Kommentare (0)
14. Juli 2013

Kopfballspiel bei Standardsituationen, Teil 3

Gegnerischen Abwehrverbund täuschen

Um bei Standardsituationen zum Torerfolg durch einen Kopfball zu kommen, müssen Varianten einstudiert werden, die den Gegner täuschen, irritieren und eine neue Spielsituation schaffen können.

Gelingt es, den Gegner in seiner Aufstellung zu stören und seinen Verbund zu lösen, ist die Chance größer, ein Tor nach einer Standardsituation zu erzielen.

Gegner frei sperren

Eine taktisches Mittel, das sich sicherlich am Rande des Regelwerkes bewegt, ist das bewusste Freisperren eines Spielers, der bei einer Standardsituation in Szene gebracht werden soll, um durch einen Kopfball ein Tor zu erzielen.

Ziel ist es, den Weg für den Hauptakteur, der Spieler, der letztendlich den Kopfball auf das Tor bringt, frei zu sperren. In der Regel ist es am besten, wenn das Freisperren passiv erfolgt und ohne aktives Entgegenstellen oder Rempeln des Gegenspielers erfolgt.

So ist es beispielsweise möglich, dass mehrere Spieler sich während der Ausführung der Standardsituation in Bewegung setzen und gewissermaßen als „Hasen“ agieren.

Ihr Ziel ist nicht der unmittelbare Torabschluss, sondern das Verwirren des Gegners, um letztendlich den Kopfballspieler in die richtige Position zu bringen und seinen Gegenspieler aus der unmittelbaren Deckung „abzulenken“.

Kopfballverlängerung kurzer Pfosten

Ein traditioneller Methode, um Verwirrung im gegnerischen Strafraum während einer Standardsituation zu stiften. Ein zugeteilter Spieler beläuft blitzschnell der kurzen Pfosten, um eine kurz getretene Ecke längs entlang der Grund- und Torlinie zu verlängern.

Sowohl der Spieler der zentral hereinstößt, als auch der Spieler, der den langen Pfosten beläuft, versuchen den verlängerten Ball im Tor unterzubringen.

Kategorie: Taktik – Autor: kd – 17:52 - Kommentare (0)
2. Februar 2013

Kopfballsituationen in einem Kopfballspiel, Teil 2

Eine weitere wichtige Spielsituation für das Kopfballspiel und damit taktisches Mittel ist die Kopfballverlängerung beziehungsweise Kopfballablage. Eine Kopfballablage kann ein Spiel entscheiden. Selbst bei Profimannschaften, die taktisch perfekt eingestellt sind, kann eine Kopfballablage nach nur einer Ballstation ein Spiel entscheiden.

Oftmals sieht man solche Spielsituationen bei langen Abschlägen aus der eigenen Hälfte heraus, durch den Torwart oder Abwehrspieler. Der Abschlag oder lange Pass wird durch einen Spieler per Kopf in den direkten Lauf eines Mitspielers verlängert, der im richtigen Moment startet und den Ball in den Lauf mitnimmt oder diesen sogar direkt abschließt.

Kopfballablagen, ein wirksames taktisches Mittel

Auch die Kopfballablage kann erfolgreiche Spielhandlungen initiieren. Während einer Kopfballablage im Defensivverhalten einer Mannschaft außer bei der Ablage zum Torwart eine eher untergeordnete Rolle spielt, kann sie beim Angriffsspiel im besten Fall sogar zum Torerfolg führen.

Zu offensiven Kopfballablagen kommt es meist im Anschluss an lang zum Tor gespielte Bälle, die von einem Spieler noch erlaufen werden können, aber dem direkten Torerfolg aus der Bewegung heraus oder der Stellung des ausführenden Spielers zum Tor entgegen stehen. Meistens wird dann der Kopfball auf einen nachrückenden Spieler abgelegt. Solche Spielhandlungen mit Kopfballablagen werden nicht selten im Training expliziert trainiert.

Kopfballablagen bei Standardsituationen

Aber auch bei Standardsituationen können Kopfballablagen einstudiert werden. Gerade bei Freistößen, bei denen die Chance auf den unmittelbaren Torerfolg gering ist, werden Varianten mit Kopfballablagen in Erwägung gezogen. Oftmals wird ein langer Ball gezielt auf einen Spieler gespielt, der nicht in der unmittelbaren Gefahrenzone positioniert ist, um den Gegner zu täuschen.
Dieser Spieler, der meistens auch weniger stark abgedeckt wird, befördert den Ball in einem zweiten Schritt dann in die unmittelbarere Gefahrenzone, wo die Angriffsspieler im Vorteil sind, weil sie gegenüber ihren Abwehrspielern die geplante Spielhandlung kennen und dadurch oftmals eher am Ball sind.

Kategorie: Taktik – Autor: kd – 22:39 - Kommentare (0)