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30. Juni 2017 um 16:06

Mehr Explosivität für die Rückhand

Die Rückhand gehört genauso zum elementaren Repertoire des Tennisspielers wie alle anderen Schlagtypen im Tennis. Wenn es gelingt eine Explosive Rückhand zu entwickeln, die aggressive Angriffsbälle spielen kann, fügt man seinem Spiel eine mächtige Waffe hinzu.

Diese Explosivität in der Rückhand kann durch ein gezieltes Muskeltraining erreicht werden, indem die Rückenmuskulatur trainiert wird. Mit der nachfolgenden Übung, soll diese Qualität erreicht werden:


Foto: Diplom-Sportwissenschaftler Dominik Langenegger

Ablauf
Die Übung wird im Stehen mit einem Rubberband ausgeführt. Der Übende greift mit einer Hand das Band vor der Brust. Die andere Hand positioniert sich diagonal zur greifenden Hand vor dem Körper mit fast gestreckten Armen. Das Band muss gespannt sein.

Nun zieht die Hand vor dem Körper nach hinten, bis der Ellenbogen bei gestreckter Armhaltung parallel zum Körper ist. Anschließen führt man die Hand zurück in die Ausgangsposition.

Intensität
Vier Sätze und sechs Wiederholung auf beiden Seiten. Zwischen den Sätzen 30 sec. Pause. Um der beteiligten Rückenmuskulatur und dem Bizeps mehr Schnellkraft zu verleihen, im Hinblick auf Schlagbewegungen, kann die Übung möglichst explosiv ausgeführt werden.

Wichtig ist dabei, dass die Rückführung in die Ausgangsposition dafür umso langsamer erfolgt.

6. Februar 2016 um 12:52

Wo liegen die Overreaching-Grenzen meiner Spieler?

Die optimale Trainingssteuerung ist für Leistungssportler ein wichtiges Instrument, das sie vor Überbelastungen und damit auch vor Verletzungen schützt. Der Grat zwischen intensiven Trainingsreiz und Überlastungserscheinungen ist schmal. Treten Überlastungssymptome auf, ist es sinnvoll, frühzeitig mit effektiven Regenerationsmaßnahmen gegenzusteuern.

Überlastungszustände, das so genannte „Overreaching“, werden oftmals durch einen nicht erklärbaren Leistungsabfall festgestellt. Bei schnellen Gegenmaßnahmen der Regeneration und Kompensation kann das ursprüngliche Leistungsniveau innerhalb von wenigen Tagen und Wochen wieder hergestellt werden.

Bei längeren Überlastungszuständen ohne wirksame Regulation steht die gesamte Saison auf dem Spiel. Die Saison bei einem Tennisspieler ist lang und dauert in der Regel zwischen Januar und November an. Für die eigentliche Saisonvorbereitung bleibt daher nur wenig Zeit. Das notwenige Pensum für die Grundlagen kann in dieser kurzen Zeit nur mit ungewohnten Trainingsbelastungen, die eine sehr hohe Trainingsdichte nach sich ziehen, abgedeckt werden.

Um Überbelastungen zu verhindern, ist neben einer guten Kommunikationsebene zwischen Spieler und Trainer auch der Einsatz von leistungsdiagnostischen Instrumenten von Relevanz. Die diagnostischen Methoden der Sportwissenschaft und Sportmedizin helfen Trainern, die Trainingsbelastungen optimal zu steuern.

tennis_studie_belastung_vorbereitung

Quelle: Magazin, Forschung Frankfurt 2/2011

In einer Studie von Sportwissenschaftlern der Frankfurter Universität wurde die Vorbereitung einer Reihe von Tennisprofis leistungsdiagnostisch überwacht. Dabei handelte es sich mit Top-30-, Top-100- und Top-1000 Spielern um unterschiedliche Niveaustufen.

Die Betreuung erfolgte trainingsbegleitend und stützte sich auf parallele Längsschnittbeobachtungen von Laborparametern, Leistungsfähigkeit, physiologischen Belastungsreaktionen, kardialer autonomer Regulationsleistung und psychophysischer Befindlichkeit. Die Basis-Indikatoren waren:

  • maximale Sauerstoffaufnahme
  • maximale Herzfrequenz
  • Herzfrequenzvariabilität
  • Serum Harnstoff (Eiweißabbau Muskeln)
  • subjektive Befindlichkeit (Trainingsstress)
  • Nach 30 Trainingstagen wiesen alle Tennisspieler eine signifikant erhöhte Sauerstoffaufnahme und Schnellkraft auf. Die Studie kam zu dem Ergebnis, dass Tennisprofis im Zeitraum von 4 Wochen eine Belastungssteigerung auf 15-25 Stunden pro Woche tolerieren. Im Umkehrschluss brachte die Studie allerdings die Auffälligkeit hervor, dass insbesondere die Top 100 Spieler anhand der Parameter die höchste Trainingsbelastung anzeigten.

    Das zeigte sowohl der verstärkte Eiweißabbau in den Muskeln, der über den den Anstieg des Harnstoffs im Blutserum ermittelt wird und die starke Veränderung der Herzvariabilität, die auf eine starke vegetative Veränderung der Herztätigkeit schließen lässt.

    Die sich andeutende Überbelastung insbesondere in der Gruppe der Top 100 Spieler könnte mit einem anderen Saisonspielplan und dem spezifischen Belastungspensum in Verbindung stehen.

    Quelle: Autoren Dr. Christian Thiel und Prof. Dr. Dr.Winfried Banzer im Magazin „Forschung Frankfurt“