Registrieren

2. Februar 2015 um 15:45

Begriffserklärung Longline und Cross

Im Tennis werden die herkömmlichen Bezeichnungen parallel, diagonal, geradeaus, nach links etc. eher selten genutzt. Hier kommen vorwiegend die Bezeichnungen Longline und Cross zum Einsatz

Longline und Cross – was bedeutet das?

Die Bezeichnung Longline ist aus dem Ursprungsland des Tennis – England – und bedeutet nichts anderes, als „entlang der Linie“. Es bedeutet ganz simpel, dass der Ball in die jeweils parallel entlang der Seitenauslinie gespielt wird. Dabei wird die Begriffsbezeichnung longline jeweils links an der Seitenauslinie, als auch rechts an der Seitenauslinie angewendet.

Eine Regel besagt, dass der Ball zum Beispiel aus der weiten Vorhand (aus Sicht eines Rechtshänders) auch am Netz vorbei in die Rückhand des Gegners (longline) gespielt werden kann. Auch wenn dann ein gewisser Winkel gespielt wird, zählt dies als longline.

Die Bezeichnung Cross bedeutet nichts anderes, als Quer bzw. diagonal auf die gegenüber liegende Ecke des Platzes. So spielt ein Rechtshänder mit wenn er den Ball Cross spielt stets in die Vorhand seines Gegners, wenn dieser auch Rechtshänder ist. Ein Vorteil des cross geschlagenen Balls ist die höhere Sicherheit, die man bei diesem Schlag hat. Die Diagonale des Platzes ist länger, dadurch kann dieser Ball mit weniger Risiko härter geschlagen werden.

Übung für den Wechsel Longline – Cross

Eine gängige Übung, die sowohl die Platzierungsvarianten Longline und Cross, als auch die Beinarbeitstechniken im Tennis schult ist folgende:

Spieler C (Zeichnung oben) spielt immer Cross (=diagonal).
Spieler A (Zeichnung unten) spielt immer Longline (=parallel)

Durch diese simple Übung trainieren beide Spieler ihre Technik und ihre Schnelligkeit auf den Beinen. Durch simple Varianten ist sie zudem anpassbar an das Spielniveau.

Jugendspieler könnten sie zum Beispiel auf kürzerer Distanz spielen. Fortgeschrittene könnten das Doppelspielfeld nutzen, um noch mehr laufen zu müssen. Außerdem bietet es sich zum Beispiel bei dem Ball Cross an, dass eine veränderte Schlagtechnik zum Einsatz kommt. Z.B. Topspin oder ein härterer Schlag. Beide Seiten sollten ihre Aufgaben tauschen, wenn eine gewisse Zeit z.B. 7 Minuten abgelaufen ist. Dann trainiert jeder einmal Cross und einmal Longline.

Autor: Matthias Bormann

Kategorie: Übungsformen – Autor: kd
Schlagwörter: , , ,
- Kommentare (0)
26. Januar 2015 um 15:41

Übung zum Passierschlag

Bei Übungen zum Passierschlag werden mehrere Komponenten gleichzeitig trainiert. Zum Einen übt derjenige, der sich ans Netz begibt den Volley, zum Anderen derjenige, der den Passierschlag trainiert, wie er auf die Position des Gegners reagiert und versucht an ihm vorbeizuspielen.

Einspielen vor der Übung

Für beide Parteien – denjenigen, der den Passierschlag ausführt und denjenigen, der ihn durch Volley verhindern soll, sollten vor der Übung an die Schläge gewöhnt sein. Sie sollten sich tennisspezifisch erwärmen.

Am besten geht der Returnspieler ans Netz und beide spielen sich lockere Bälle zu. Ohne viel Tempo – eine Technikübung für beide Parteien. Einer spielt Volley, der zweite spielt ihm zunächst einfache, langsame Bälle auf die Mitte zu.

In einer kleinen Steigerung werden dann die Positionen links und rechts außen angespielt. Der Volleyspieler, muss sich also verstärkt bewegen.

Bei der dritten Steigerung wird dann der Passierschlag ab und zu hart und schnell ausgeführt, so wie es im Punktspiel sein sollte.

Aufschlag, Vorrücken, Passierschlag

Bei der folgenden Übung spielen möglichst zwei gleichstarke Teilnehmer des Trainings zusammen. Der Aufschläger spielt einen Aufschlag, bei dem er versucht im Anschluss ans Netz vorzurücken.

Sollte der Aufschlag nicht dafür geeignet sein, so findet zunächst ein Grundlinienduell statt. Aus dieser Lage heraus versucht der Aufschläger schnellstmöglich zum Netz vorzurücken. Im Anschluss trainiert der Rückschläger den Passierball.

1a links am Aufschläger vorbei
1b rechts am Aufschläger vorbei

Sollte der Volleyspieler den Ball bekommen, ist das Spiel natürlich frei und beide Spieler versuchen den Punkt für sich zu entscheiden.

Varianten der Übung

Um es demjenigen zu vereinfachen, der den Passierschlag durchführt, könnte zum Beispiel die Pflicht eingeführt werden, dass der Aufschläger nach jedem Aufschlag ans Netz laufen muss. Dadurch gelingt es ihm sicher nicht immer, die Winkel zuzumachen und auch er übt schwierige Volleys.

Autor: Matthias Bormann

Kategorie: Übungsformen – Autor: kd
Schlagwörter: , ,
- Kommentare (0)
28. August 2014 um 16:41

Training der Rückhand im Tennis – der Rückhand Winner

Hart geschlagenen Bälle sollten erst trainiert werden, wenn die Technik erlernt ist. Erst dann macht es Sinn als Tennistrainer direkt Übungen hierfür vorzugeben.

Sinn und Unsinn von hart geschlagenen Bällen mit der Rückhand

Man wird es nicht vermeiden können, dass gerade Kinder und Jugendliche im Training einfach mal „dranhauen“ wollen. Im Gegenteil: Es erfordert viel Disziplin, dass eine Trainingsübung stets zu Ende gespielt wird, ohne, dass ein Kind dem Drang wiedersteht, auszutesten, ob auch einer harter Schlag funktioniert. Das ist gut so und nur logisch, weil es einfach mehr Spaß macht.

Generell ist mit der Vorhand ein besserer Hebel gegeben, sodass es in vielen Fällen mehr Sinn macht, sich für einen Endschlag auf die Vorhand umzustellen und diese schließlich möglichst hart und platziert einzusetzen. Bei der Rückhand bringt oftmals die Platzierung mehr, als der Versuch den direkten Punktgewinn mit einem sehr harten Schlag zu erzielen.

Rückhand longline als Winner

Die Rückhand als Winner einzusetzen macht in Spielsituationen Sinn, wenn der Gegner bereits weit in seine eigene Rückhand gedrängt wurde. Dann ist die Vorhandseite frei und die Möglichkeit ist gegeben eben longline zu punkten.

Eine Situation, wie sie durch eine Übung geschaffen werden kann ist folgende:

Spieler 1 (oben) und Spieler (unten) spielen gemeinsam eine Übung, bei der die Spieleröffnung nach einem Aufschlag geschieht. Der Aufschlag wird von Spieler 1 so ausgeführt, dass er bereits weit nach außen gespielt wird. Der erste Schlag von Spieler 2 ist Rückhand cross (1), dieser wird ebenfalls cross retourniert (2). Nach einem weiteren Cross geschlagenen Ball (3) von Spieler 2 erfolgt der Rückhand Winner longline (4) von Spieler 1. Sollte Spieler 2 den Ball erreichen, versuchen beide Trainingspartner den Punkt zu erzielen.

Kurzbeschreibung:

• Spieler 1: Aufschlag weit nach außen
• Spieler 2: Rückhand cross (1)
• Spieler 1: Rückhand cross (2)
• Spieler 2: Rückhand cross (3)
• Spieler 1: Rückhand longline als Winner (4)
• frei

Autor: Matthias Bormann

21. August 2014 um 16:40

Trainingübungen für die Rückhand – Teil 2

Nach der Phase der Technikerlernung, sollte diese gefestigt werden. Hierfür eignen sich zahlreiche Übungen, wovon im folgenden einige vorgestellt werden.

Rückhand cross, Rückhand longline in einer Übung

Der Wechsel zwischen dem Spielen des Balls einmal cross und einmal longline fällt vielen Tennisspielern schwer. Nicht nur die Körperdrehung, auch die Stellung zum Ball und der Armschwung werden geringfügig abgewandelt.

Um dies zu trainieren eignet sich folgende Übung:

Spieler 1, welcher sich auf der oberen Hälfte des Tennisfeldes befindet spielt passiv. Er verteilt die Bälle so, wie es das Schema der Übung vorgibt und ermöglicht durch präzise Zuspiele, dass Spieler 2 die Techniken Rückhand Cross und Rückhand longline üben kann. Spieler 2 achtet besonders auf die Feinabstimmung der Schlagbewegung und bekommt alle Bälle auf den gleichen Punkt auf der Rückhand gespielt.

Beide Spieler spielen je 2 Bälle Rückhand cross. Danach spielt Spieler 2 zwei Bälle Rückhand longline, die Spieler 1 ebenfalls longline zurückspielt. Die Aufgabe ist es nicht sich die Bälle „um die Ohren“ zu hauen. Jeder der beiden Trainingspartner spielt auf Sicherheit, sodass beide gezielt ihre Technik üben können:

Kurzbeschreibung:

• Spieler 1: 2 mal Rückhand Cross
• Spieler 2: 2 mal Rückhand Cross
• Spieler 1: 2 mal Rückhand longline
• Spieler 2: 2 mal Rückhand longline
• Übung beginnt von vorn und wird solange gespielt, bis ein Fehler erfolgt

Viele Wiederholungen durch einen Anreiz

Gerade Kinder und Jugendliche brauchen einen Anreiz, um in der Phase der Technikerlernung häufig beispielsweise Cross – Cross oder Longline – Longline zu üben. Hierfür eignet sich beispielsweise ein Wettkampf.

Welches Spielerpaar schafft die meisten Wiederholungen?

Durch das Zählen der gespielten Bälle entsteht ein kleiner Wettkampf. Kinder wollen sich immer messen, sich vergleichen – wer ist der bessere? Durch diese simple Abwandlung wird ein Reiz gegeben. Wichtig ist, dass der Trainer die Zählmethode festlegt. Es gibt die Varianten. Zählen jedes Balls, der geschlagen wird oder zählen der Ballwechsel.

Die Übung lässt sich natürlich abwandeln. Eine Möglichkeit sieht wie folgt aus:

Spieler 1 spielt immer passiv und bekommt jeden Ball auf die Rückhand gespielt. Spieler 2 bekommt den ersten Ball auf die Rückhand und den zweiten Ball auf die Vorhand. Ist diese Kombination abgeschlossen zählt dies wie „Eins“. Nun wird das Schema erweitert. Spieler 2 muss nun zwei Bälle mit der Rückhand und einen mit der Vorhand spielen „Zwei“. Die nächste Stufe sind drei Bälle mit der Rückhand und einer mit der Vorhand „Drei“. Dieses Schema lässt sich sehr weit fortführen. Sinnvoll ist es als Trainer zu bestimmen, wie viele Wiederholungen geschafft werden sollen, bis die Übung beendet ist. Die Alternative ist eine Zeitvorgabe.

Autor: Matthias Bormann

14. August 2014 um 16:38

Trainingübungen für die Rückhand – Teil 1

Egal, ob die beidseitige, oder ob die einseitige Rückhand eingesetzt wird, der Erfolg tritt nur bei stetigem Üben ein.

Die Erlernung der Rückhand Schlagtechniken

Um die Rückhandtechnik zu erlernen, sollte zunächst das Ballgefühl vorhanden sein. Gerade im Kindertraining wird hierfür oftmals den Kindern freier Lauf gelassen. Wichtig ist es viele Bälle über das Netz oder auch ohne Netz zum Trainingspartner zu spielen. Gezielt sollte mit Vor- oder Rückhand gespielt werden, ohne konsequente Technikkorrektur. Der Spaß am Spiel steht hierbei im Vordergrund. Ist das besagte Ballgefühl, das Gefühl für Raum, Zeit und Schlagtreffpunkt erlernt, so kann der Trainer konkrete Anweisungen zur Technikerlernung geben. Dafür eignen sich dann die Beschreibungen der vergangenen beiden Artikel. Wird dem Kind von vornherein beigebracht, dass es die Schlagphasen gibt und wie sie sich unterscheiden, kann man konkret darauf eingehen und Verbesserungsvorschläge bringen.

Übung für die Ballsicherheit mit der Rückhand

Eine simple Übung zur Ballsicherheit ist das Spielen im Cross-Cross. Jeder Spieler befindet sich auf einer Hälfte des Tennisplatzes. Durch die Endlosübung Cross – Cross wird das Gefühl für die Länge, den Ballabsprung und für die Technik an sich geschult. Zur Technikerlernung ist es sogar noch besser, wenn der Trainer aus dem Balleimer zuspielt. Dann landet jeder Ball exakt auf dem für die Erlernung der Technik optimalen Punkt. Der Spieler muss sich nicht großartig bewegen und kann sich voll und ganz auf die Ausführung der Schlagtechnik konzentrieren.

Um die Übung etwas komplexer werden zu lassen ist folgende Anpassung möglich:

• Spieler 1: Rückhand Cross in unbestimmter Häufigkeit (1)
• Spieler 2: Rückhand Cross in unbestimmter Häufigkeit (1)
• irgendwann entscheidet sich Spieler 2 einmal longline zu spielen (2)
• dieser Ball muss von Spieler eins zurückgespielt werden und das Schema geht von vorn los (1)

Autor: Matthias Bormann

21. Mai 2014 um 13:50

Partnerübung für den Vorhand Topspin – Teil 3

Der Vorhand Topspin im Tennis ist einer der wichtigsten Schläge und wird in jedem Match sehr häufig gespielt. Oftmals wird er eingesetzt um einen Punktgewinn vorzubereiten, einige Tennisspieler setzen ihn sehr hart als Endschlag ein.

Vorhand Topspin nach einem Slice Aufschlag – Theorie

Mit einem Slice Aufschlag bringt der Gegner Unterschnitt, sprich Rückwärtsrotation in den Tennisball. Um dieser Rückwärtsrotation entgegen zu wirken, sollte der folgende Schlag ein Topspin sein. Mit dem Topspin wird Vorwärtsrotation erzeugt, welche wiederum bewirkt, dass der Ball in einer Art Bogenlampe über das Netz fliegt. Dies wird in der folgenden Trainingsübung explizit geübt.

Im Gegensatz zum Topspin auf Oberschnitt bzw. zum Topspin auf einen schnittlosen Schlag, muss der Ball mehr nach oben gerissen werden. Dies bewirkt, dass dem Unterschnitt, welcher durch den Sliceaufschlag erzeugt wird entgegen gewirkt wird und sich dieser zu einem Oberschnitt wandelt.

Trainingsübung für einen Topspin nach einem Sliceaufschlag

Prinzipiell sollten derartige Übungen erst im Fortgeschrittenenbereich trainiert werden. Der Sliceaufschlag sollte also sicher beherrscht werden, damit die Übung überhaupt zustande kommen kann.

Es stehen sich zwei Spieler gegenüber. Vor Beginn der Übung müssen diese sich einig werden, wer mit einem Slice Aufschlag beginnt und wer diesen returniert. Derjenige, der Aufschlag macht, spielt diesen mit Slice in die Vorhand seines Trainingspartners. Dieser spielt den Ball mittels Vorhand Topspin diagonal zurück. Im Anschluss wird vom Aufschläger parallel gespielt. Danach ist die Übung frei und beide Spieler versuchen den Punkt zu machen.

Die Übung ist nicht nur simpel und kurz, sondern auch sehr effektiv, um sich auf Situationen während eines Tennismatches vorzubereiten. Von vielen Spielern wird der zweite Aufschlag als Sliceaufschlag gespielt. Ebenso ist eine häufige Antwort der diagonale Ball. Ab dem parallelen Return des Topspins ist die Übung frei, d.h. es wird genau wie im Punktspiel trainiert mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln den Punkt auszuspielen.

Autor: Matthias Bormann

7. Mai 2014 um 13:45

Partnerübung für den Vorhand Topspin – Teil 1

Nach einem Artikel über das Balleimertraining wird nun auf Partnerübungen im Tennis eingegangen.

Partnerübungen – die Situation in den Vereinen

Gerade im Breitensport ist es häufig so, dass kein Trainer anwesend ist und sich die meisten Spieler selbst „durchschlagen“ müssen. Oftmals macht das Training dann trotzdem Spaß, weil sehr viele Matches ausgetragen werden, allerdings ist die Wahrscheinlichkeit einer Verbesserung höher, wenn Systemtraining durchgeführt wird. Systemtraining bedeutet in diesem Fall, dass vor dem Spielen eine Trainingsübung mit eindeutigem Ablauf vorgegeben wird.

In den meisten Fällen ist dabei ein Trainingspartner der Zuspieler und der zweite der agierende Spieler. Der Zuspieler spielt passiv und platziert die Bälle. Der agierende Spieler muss „laufen“ und trainiert eine bestimmte Spielsituation oder Technik.

VH Topspin als Partnerübung

Eine ähnliche Trainingsübung, die im Artikel zum Balleimertraining niedergeschrieben wurde, wird nun anhand einer Partnerübung vorgestellt. Es spielen zwei Spieler zusammen. Spieler 1 befindet sich oben und verteilt die Bälle. Der erste Tennisball wird in die Vorhand von Spieler 2 gespielt (1). Spieler 2 spielt nun einen Topspin mit diagonal (2). Von dort aus spielt Spieler 1 in die Rückhand von Spieler 2. Dabei soll er nicht zu weit nach außen schlagen (3).

Der Hintergrund ist, dass beide Schläge, sowohl der Schlag Nummer 1 und der Schlag Nummer 3 nicht zu weit nach außen getrieben werden sollen. Wenn diese Bälle so weit in Richtung äußere Grundlinie gehen, wird die Übung für viele Spieler zu schwer.

Spieler 2 bekommt den Ball also in die Rückhand (3). Er soll allerdings auch diesen Ball mit der Vorhand spielen (4). Das Wichtige dabei ist die Beinarbeit. Wenn beide Bälle mit der VH geschlagen werden, muss Spieler 2 extrem viel laufen, um sie zu erreichen und trainiert somit seine Kondition – insbesondere seine Ausdauer und die Schnelligkeit. Die Übung wird so häufig wiederholt, bis einer der beiden Trainingspartner einen Fehler macht.

Kurzbeschreibung der Partnerübung

• Spieler 1 spielt einen geraden Schlag in die VH von Spieler 2 (1)
• Spieler 2 spielt VH Topspin diagonal (2)
• Spieler 1 returniert diesen Topspin parallel (3)
• Spieler 2 spielt von dort aus ebenfalls Vorhand Topspin (4)

Autor: Matthias Bormann

30. April 2014 um 13:43

Trainingsübung für den Vorhand Topspin

Nachdem im vorangegangenen Artikel auf die Schlagtechnik beim VH Topspin im Tennis eingegangen wurde, soll es nun um konkrete Trainingsübungen gehen.

Balleimertraining für den VH Topspin

Die sichere Anwendung einer Schlagtechnik ist nur durch ein permanentes, solides und professionelles Training möglich. Auch für den Vorhand Topspin bietet es sich vor allem an auf das Balleimertraining zurückzugreifen. Der Trainer stellt sich hierzu neben einen Korb, der mit Tennisbällen gefüllt ist und spielt nach und nach Bälle ein.

Dies am besten zu Beginn auf ein- und den gleichen Punkt. So muss der Übende sich nur auf die Technik konzentrieren und braucht sich keinen Kopf über die Beinarbeit machen. Trainer, die diese Form des Einzeltrainings häufig einsetzen verzeichnen oftmals den größten Erfolg. Es ist gut möglich 3 oder gar 4 Spieler mit dieser Trainingsform zu beschäftigen.

Vorhand Topspin in Bewegung

Um den Vorhand Topspin aus der Bewegung heraus trainieren zu können, kann man entweder auf ein Partnertraining, oder auf eine Abwandlung des oben beschriebenen Balleimertrainings zurückgreifen. Die folgende Trainingsübung bezieht sich auf das Balleimertraining.

Es finden sich drei zu trainierende Spieler und ein Trainer, der sich mit einem Ballkorb und vielen Tennisbällen bewaffnet hat auf dem Tennisplatz ein. Ein Spieler spielt die vom Trainer eingespielten Bälle immer diagonal auf das gegnerische Feld und die anderen Beiden Übenden sammeln die Bälle. Der Trainer spielt immer abwechselnd einen Ball in die Vorhand (1) und einen Ball auf die Mitte (2) des Tennisplatzes. Der Übende Spieler (Zeichnung A) spielt jeden Ball sicher diagonal und achtet besonders auf seine Beinarbeit und auf den sicheren Stand beim Schlag. Die Übung wird von jedem Spieler solange durchgeführt, bis 20 Bälle geschlagen wurden. Danach erfolgt ein Wechsel.

Kurzbeschreibung Balleimertraining mit Beinarbeit

• 3 Spieler und 1 Trainer üben gemeinsam
• 1 Spieler spielt die Bälle des Trainers, 2 Spieler sammeln sie auf
• Trainer spielt abwechselnd einen Ball in die VH (1) und einen Ball auf die Mitte (2)
• Nach 20 Balleinspielen wechseln die Spieler ihre Aufgaben

Kategorie: Übungsformen – Autor: kd

- Kommentare (0)
16. Dezember 2013 um 23:17

Übungsreihen im Balleimertraining – Teil 2

Nachdem in Teil 1 der Textserie zu „Übungsreihen im Balleimertraining“ lange Traineranspiele besprochen wurden, sollen nun weitere Anspielvarianten vorgestellt werden.

Training der Variation der Länge

Entsprechend der Zeichnung hat der Trainer auch die Möglichkeit kurz (1), halblang (2) oder lang (3) anzuspielen. Auch diese Variation der Anspiele kommt im normalen Spiel häufig vor und auch da ist eine saubere Technikausführung von Vorteil.

Um diese zu trainieren ist das Balleimertraining wieder die beste Möglichkeit. Auch das reine Netzspiel lässt sich mittels Balleimertraining trainieren. Hierzu spielt der Trainer die Bälle einfach immer auf Position 1. Weitere Möglichkeiten unabhängig von der Zeichnung wären dann Anspiele, die über die gesamte breite des Netzes variiert werden. Dem Balleimertraining sind in der Tat kaum Grenzen gesetzt.

Techniktraining mit Koordinationstraining kombinieren

Übrigens ist es nach neuesten Erkenntnissen erwiesen, dass ein Techniktraining in Kombination mit Einflüssen aus dem Bereich des Koordinationstrainings dazu führt, dass die Technik schneller erlernt werden kann und der Erinnerungswert an die Übung und die dabei erlernte/ verbesserte Technik steigt.

Eine Möglichkeit ist z.B. dass der Schützling während des Balleimertrainings einen Luftballon der schwachen Hand seitlich neben sich hält. Während des Schlages muss er gleichzeitig auf die Stellung des Luftballons achten. Durch diese mentale Erschwernis durchläuft er auch die einzelnen Schritte der Schlagausführung in Gedanken noch mal und verlässt sich nicht ausschließlich auf den erlernten und automatisierten Bewegungsablauf.

Trainingsdauer sinnvoll dosieren

Das Training mit Balleimer ist effektiver, da die Belastungsintensität höher ist, als bei Partnerübungen. Die Gründe dafür sind zum Beispiel, dass man sich bei Partnerübungen ständig bücken muss, um einen nicht getroffenen Ball aufzuheben. Auch Fehler in der Schlagausführung des Trainingspartners fallen nicht mehr ins Gewicht, da der Trainer – bei guter Qualifikation und gutem Ballgefühl – die Bälle sehr präzise zuspielt.

Es sollten nicht zu viele Bälle eingespielt werden. Dies ist so, weil u. a. die Konzentration im Laufe der gespielten Bälle sinkt. Des Weiteren ist aus der Trainingswissenschaft bekannt, dass ein Schnelligkeitstraining (welches sich in Form von Balleimertraining anbietet) nur dann effektiv ist, wenn der Trainierende vollkommen ausgeruht mit maximaler Intensität und Motivation übt.

Dies wäre bei zu langer Trainingsdauer nicht der Fall. Die Empfehlungen sehen daher ca. 10 Balleinspiele bzw. nicht mehr als 30 Sekunden Übungsdauer vor. Nach einer kurzen Pause (in dieser können die Bälle gesammelt werden) wird dann die Übung erneut ausgeführt.

9. Dezember 2013 um 23:07

Übungsreihen im Balleimertraining – Teil 1

Das Balleimertraining lässt sich auf alle Bereiche des Trainings anpassen und zählt zu den effektivsten Trainingsmethoden überhaupt, da der Trainer stets Korrekturen bei der Schlagausführung und Beinarbeit machen kann.

Das Spiel auf einen vorgegebenen Punkt

Das folgende Schema zeigt, wie ein Balleimertraining aussehen kann. Anhand der Nummerierung lässt es sich auf verschiedene Übungsvarianten anpassen.

Die erste vorgestellte Trainingsform mit Ballkorb eignet sich besonders für das Techniktraining. Der Trainer spielt dazu ca. 10 Bälle auf die Position 3. Der Übende steht in der Nähe dieses Anspielpunktes und schlägt die ankommenden Bälle alle cross zurück. Der Trainer gibt gewisse Vorgaben, wie beispielsweise, dass der Schützling sehr sicher schlagen soll und wenige Fehler machen soll. Dabei achtet er besonders auf eine saubere Ausführung der Schlagtechnik.

Weitere Möglichkeiten des Trainings auf einen einzigen vorgegebenen Punkt, sind die Variation der Schlagtechnik. So kann Topspin, Slice oder sonstiges trainiert werden und der Trainer gibt permanent Hinweise zur Technikverbesserung. So ist ein Techniktraining viel effektiver, als in der Form von Partnerübungen, da der Trainer beim Balleimertraining die geschlagenen Bälle besser platzieren kann und direkt Korrekturen bei der Schlagtechnik vorgeben kann.

Das Spiel auf mehrere vorgegebene Punkte

Das oben zu sehende Schema zeigt die Anspielpunkte 1, 2 und 3. Selbstverständlich kann der Trainer diese ebenfalls anspielen, sodass sein Schützling nicht nur auf die Schlagtechnik, sondern auch auf die Beinarbeit achten muss. Ein beliebtes Schema ist z.B. die Schlagfolge 3, 2, 1. Vor jedem dieser Schläge muss sich der Übende neu positionieren, um die optimale Stellung zum Ball zu haben.

Wenn der Trainer die Bälle langsam einspielt, kann der Trainierende an den Feinheiten der Beinarbeit arbeiten. Das Ziel ist es dann die Technik zu verbessern. Spielt der Trainer die drei vorgegebenen Punkte schnell an, so handelt sich es um ein Training der Schnelligkeit. Jetzt rückt die Beinarbeitstechnik etwas in den Hintergrund, da der Trainierende sich aufgrund der Dynamik, der Schnelligkeit des Zuspiels nur noch darauf konzentrieren kann, dass er schnellstmöglich richtig zum Ball steht.

Die erlernte Technik wird nach einem eingespeicherten Bewegungsmuster abgerufen ohne, dass er über Details der Lauftechnik nachdenkt.