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7. November 2014 um 14:21

Übungen mit Wahlreaktion im Tennis – Teil 3

Die Schlägerblattstellung ist ein Indiz für die Erkennung der Richtung in die ein Schlag geht. Die nächste Übung soll die Wahrnehmung der Stellung des Schlägerblattes schulen.

Vorhand oder Rückhand

Bei der folgenden Partnerübung sollten möglichst zwei gleichstarke Tennisspieler zusammenspielen. Spieler 1 spielt jeden Ball auf die Vorhand von Spieler 2. Dieser entscheidet nach jedem gespielten Ball aufs Neue, in welche Richtung er diesen spielt. Nach der Devise „Entweder in die Vorhand, oder in die Rückhand“ entscheidet er stets darüber, in welche Richtung sein Trainingspartner „gejagt“ wird.

Dies trainiert zum Einen die Antizipation, zum anderen die Reaktionsfähigkeit. Spieler 2 kann zudem versuchen die Richtung des gespielten Balls möglichst lange geheim zu halten. Dazu kann er versuchen den Richtungswechsel nur mit Arm und Schläger bzw. Schlägerblatt einzuleiten. Dies ist eine Möglichkeit eine Finte bzw. eine Art versteckten Richtungswechsel zu spielen.

Generell gibt es zwei Möglichkeiten, um parallel zu spielen. Möglichkeit eins ist es dabei seinen rechten Fuß (Beschreibung aus Sicht eines Rechtshänders) ein Stück nach hinten, zu nehmen. Dadurch wird der passende Winkel des gesamten Körpers erreicht. Die zweite Möglichkeit besteht darin, dies durch eine Neigung des Arms bzw. des Handgelenks zu realisieren. Dabei bleiben die Füße auf der gleichen Stelle, wie wenn diagonal gespielt wird.

Zielstellung und Nutzen

Das frühzeitige Erkennen von Richtungswechseln ist entscheidend, um auf gegnerische Finten reagieren zu können. Es kommt sehr häufig vor, dass ein Duell, egal, ob mit der Vorhand oder mit der Rückhand durch einen parallelen Ball entschieden wird.

Der longline gespielte Ball muss dann nicht mal zwingend schnell, sondern nur im richtigen Moment und gut platziert gespielt werden. Oft ist nicht der longline gespielte Ball zu gut, sondern nur die Antizipation dessen zu schlecht.

Autor: Matthias Bormann

30. Oktober 2014 um 14:06

Übungen mit Wahlreaktion im Tennis – Teil 2

Die folgende Übung trainiert wieder die Antizipationsfähigkeit im Tennis. Dabei geht es primär darum die Schlagtechnik des Gegners zu erkennen und schließlich darauf zu reagieren.

Topspin oder gerader Schlag (ohne Schnitt)

Wie die Überschrift bereits verrät, wird entweder Topspin oder ein gerader Schlag gespielt.
Es spielen zwei Trainingspartner zusammen. Einer der beiden wird ausgewählt. Er spielt jeden Ball entweder als Topspin oder als geraden, schnittlosen Ball.

Die gewählte Schlagtechnik soll von seinem Trainingspartner erkannt werden. Um zu beweisen, dass die Schlagtechnik richtig antizipiert bzw. erkannt wurde, gibt es verschiedene Varianten, um die Übung durchzuführen.

Zum einen ist es möglich, ganz simpel dieses anzusagen. Spieler 1 schlägt Topspin, Spieler 2 ruft ihm ein Stichwort zu. Zum Beispiel „Top“. Das wird zwar nach einer Weile langweilig, aber man kommt miteinander während des Trainings ins Gespräch.

Die nächste Variante ist, auf den gespielten Ball in einer gewissen Art zu reagieren. Zum Beispiel immer dann, wenn Spieler 1 Topspin spielte, muss Spieler 2 parallel spielen. Wird ein Ball von Spieler 1 als schnittloser, gerader Schlag gespielt, so muss diagonal gespielt werden. Auf diese Art und Weise müssen beide Spieler immer auf der Hut sein und die Konzentration hoch halten.

Ziel der Übung

Das Ziel der Übung ist es ein Auge für den gespielten Schnitt des Gegners zu bekommen. Viele erkennen diesen erst, wenn es zu spät ist, wenn der Ball bereits auf dem Rasen/ Sand aufgekommen ist.

Für diejenigen, denen es schwer fällt den Schnitt des Gegners einzuschätzen, ist es hilfreich auf den Schläger ihrer Kontrahenten zu schauen. Wenn der Fokus der Übung darauf gesetzt wird, trainiert die Übung die Antizipation als eine Möglichkeit, Probleme bei der Erkennung von Schnitt zu bewältigen.

Generell ist die Reaktion auf den gespielten Schnitt des Gegners zu schulen immer wichtig. Nicht wenige unterschätzen diesen und halten das Schlägerblatt zu offen oder geschlossen und machen dadurch Fehler beim Rückschlag.

Autor: Matthias Bormann

24. Oktober 2014 um 14:06

Übungen mit Wahlreaktion im Tennis – Teil 1

Tennis ist eine Sportart, bei der es oft darauf ankommt zu ahnen, was der Gegner macht. Die sog. Antizipationsfähigkeit ist bei dem einen gut ausgeprägt, der andere benötigt hierfür einiges an Übung. Sie ist definitiv trainierbar.

Antizipationsfähigkeit trainieren

Es gibt zahlreiche Übungen, bei denen die Antizipationsfähigkeit trainiert werden kann. Es ist durchaus sinnvoll ein derartiges Training beispielsweise während der Erwärmung mit einzubauen.

Beispiel 1: Vorahnung – Einschätzung von Ballflugkurven

Egal in welcher Ballsportart, mit welcher Ballgröße – die Flugbahn des Balls einzuschätzen ist eine grundlegende koordinative Fähigkeit, die trainiert werden sollte. Bei dem folgenden Beispiel müssen zwei Trainingspartner zusammen sein.

Einer wirft den Ball senkrecht nach oben. Kurz nach dem Abwurf oder am Scheitelpunkt, macht er die Augen zu. Die Aufgabe besteht darin, zu antizipieren, wann der Ball den Boden erreicht hat. Genau zu dem Zeitpunkt soll er ein akustisches Signal von sich geben. Der Sparringspartner überprüft, ob die Aufgabe gelöst wurde und begleitet ihn bei Verbesserungen.

Beispiel 2: Aufschlag – Schnitt antizipieren

Es üben wieder zwei Personen zusammen. Der Aufschläger wählt bewusst langsame Aufschläge. Diese werden allerdings vom Schnitt her variiert. Slice, Kick usw.

Der Rückschläger lässt solange die Augen zu, bis der Ballabsprung vom Schläger zu hören ist.

Slice oder Stoppball

Bei jedem Ballwechsel hat der Tennisspieler die Möglichkeit zwischen mehreren Schlagarten zu entscheiden. Je nach taktischer Situation wird dann Slice, Topspin oder ein Stoppball gespielt. In der Regel sollte man den Gegner so oft wie möglich unter Druck setzen. Zahlreiche Situationen erlauben auch Stoppbälle als gute Alternative. Diese zu antizipieren wird bei der folgenden Übung trainiert.

Nach einem Aufschlag in die Rückhand (Übung erklärt aus Sicht von zwei Rechtshändern) spielen beide Partner Slice mit der Rückhand. Je nach Situation entscheidet einer der beiden beliebig, wann ein Stoppball gesetzt wird.

Ziel der Übung:

Erkennung der verschiedenen Schlagarten aus dem Augenwinkel
Verbesserung der Antizipationsfähigkeit
Parallel: Training der Reaktionsfähigkeit

Autor: Matthias Bormann

Kategorie: Koordination – Autor: kd
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1. April 2014 um 22:10

Trainingsübungen für die Differenzierungsfähigkeit – Übung 2

Die Differenzierungsfähigkeit kann selbstverständlich auch ohne einen Trainer geübt werden. Hierfür eignen sich zahlreiche Partnerübungen

Partnerübungen für ein Training der Differenzierungsfähigkeit

Vielen Vereinen ist es nicht vergönnt einen Trainer zu haben, bzw. dass sich dieser permanent die Zeit nimmt ein Balleimertraining durchzuführen. Um die Differenzierungsfähigkeit, insbesondere die Genauigkeit bei jedem einzelnen Schlag zu trainieren eignen sich verschiedenste Übungen und das Einbauen von Spielvorgaben während eines Matches.

Partnerübung, um die Präzision des Schlages zu trainieren

Bei dieser Partnerübung kommen wieder Pylonen (in der Zeichnung mit Dreiecken markiert) zum Einsatz. Das Training im eigentlichen Sinne ist ein Sicherheitstraining, um die Grundschläge mit Vorhand und Rückhand zu trainieren. Spieler 1 (oben) spielt Vorhand parallel (1). Spieler 2, der sich in der Zeichnung unten befindet spielt Rückhand parallel (2). Diese Übung spielen beide Spieler möglichst häufig und sicher. Beide Spieler achten dabei besonders auf die Stellung und die Bewegung der Beine. Die korrekte Beinstellung soll im Fokus dieser Trainingsübung stehen.

Die Differenzierung der einzelnen Teilkörperbewegungen ist nur dann möglich, wenn sich der Spieler bewusst ist, wie die Technik der einzelnen Teilbewegungen auszusehen hat.

Um nun die Komponente Präzision einzubauen, werden Pylonen auf der Gegenseite eines jeden Spielers diagonal gegenüber aufgestellt. Diese werden von beiden Spielern in unregelmäßigen Abständen abgeschossen.

Partnerübung, um die Präzision des Schlages zu trainieren

Spieler 1 spielt Vorhand parallel (1)
Spieler 2 spielt Rückhand parallel (2)
Beide Spieler achten besonders auf ihre Beinarbeit
Ab und zu versuchen beide Spieler die Pylonen auf der gegenüber liegenden Seite abzuschießen (gestrichelte Linie)

Matthias Bormann

23. März 2014 um 22:07

Trainingsübungen für die Differenzierungsfähigkeit – Übung 1

Die Differenzierungsfähigkeit zählt zu den koordinativen Fähigkeiten und hat bei jedem Ballwechsel einen Einfluss.

Definition der Differenzierungsfähigkeit

Laut Hirtz ist die Differenzierungsfähigkeit die Fähigkeit einen Bewegungsablauf aufgrund einer feindifferenzierten und präzisierten Aufnahme und Verarbeitung von vorwiegend kinästhetischen Informationen mit hoher Genauigkeit vollziehen zu können.

Nun stellt sich dem Laien natürlich die Frage was kinästhetische Informationen sind. Es sind Informationen über Gelenkstellungen und notwendige Muskelaktivitäten, die von den Nervenbahnen bis in die Muskulatur geleitet werden. Die sogenannten Anaylsatoren sind für die Wahrnehmung zuständig und liefern infolge des optischen Reizes einen Reiz an die Nervenendigungen, die am Ende der Kette die Muskeln kontrahieren lassen.

Zurück zum Tennis: Die Differenzierungsfähigkeit ist zuständig für die Präzision einer jeden Schlagtechnik. Typische Trainingsbeispiele sind somit die Verfeinerung der Schlagausführung mit Zielvorgabe oder die Verbesserung der Schlagtechnik, indem der Trainer die Vorgabe gibt sich auf ein bestimmtes Körperteil, z.B. den Rumpf zu konzentrieren.

Training der Differenzierungsfähigkeit

Um die Genauigkeit des Vorhand Topspins trainieren zu können, eignen sich Trainingsübungen mit Zielvorgabe. Insbesondere das Balleimertraining ist hierbei eine effektive Methode, um jeden einzelnen Übungsteilnehmer zu fördern.

Bei der folgenden Übung steht der Trainer neben dem Platz auf der oberen Seite des Tennisplatzes (Er kann auch unten stehen, dann ist der Ballflug länger). Neben ihm befindet sich ein Balleimer / Ballkorb mit vielen Tennisbällen. Der Übende, Spieler 1 befindet sich in der Zeichnung oben. Aus dem Ballkorb spielt der Trainer abwechselnd einen Ball in die Vorhand (1a) und einen Ball auf die Mitte (1b).

Das Ziel von Spieler 1 ist es die Pylonen, die sich im unteren Bereich befinden (mit Dreiecken gekennzeichnet in der Zeichnung) umzuschießen. Es ist ein hohes Maß an Präzision und Konzentration gefragt. Mit dem Ball 2a und 2b soll versucht werden die Pylonen umzuschießen.

Varianten:

• Trainer spielt zunächst nur auf Position 1, erst wenn von dieser Position aus die Pylonen sicher umgeschossen werden, wird Position 1 und 2 im Wechsel gespielt
• Slice / Topspin beim Einspielen des Balls
• Trainer variiert die Geschwindigkeit beim Einspielen der Bälle
• Den Ball mit Topspin spielen, den Ball mit Slice spielen, um die Pylonen umzuschießen

Kurzbeschreibung der Übung

• Trainer mit Balleimer steht oben; Spieler befindet sich unten
• Trainer spielt abwechselnd einen Ball in die VH (1a) und einen Ball in die Mitte (1b)
• Ziel ist es, dass der Spieler die Pylonen auf der gegenüberliegenden Seite umschießt (2a/ 2b)

Matthias Bormann

16. März 2014 um 22:05

Trainingsübungen für die Reaktionsfähigkeit – Übung 2

Ein Training der Reaktionsfähigkeit sollte natürlich auch für gewisse Situationen, wie sie in vielen Punktspielen auftreten stattfinden.

Typische Situationen, bei denen Reaktionsfähigkeit benötigt wird

Eine typische Situation, in der die Reaktionsfähigkeit gebraucht wird, sind Netzroller. Diese kommen nahezu in jedem Spiel vor. Auf dem Sandplatz verspringt der Ball auch ab und zu, worauf man ebenso reagieren muss. Diese Situation zu trainieren ist schwer. Man sollte allerdings stets darauf gefasst sein und jeden Ball versuchen zu erlaufen.

Situationen, die man trainieren kann, sind Stoppbälle und Bälle entgegen der Laufrichtung. Ein Training solcher taktischer Elemente ist für beide Trainingspartner sinnvoll.

Trainingsübung für Stoppbälle

Die Übung ist relativ simpel, aber dennoch effektiv. Nach einem Aufschlag (1) von Spieler 1 (oben) wird der Ball cross zurückgespielt. Spieler 2 (unten) spielt genau wie Spieler 1 permanent cross (2). Die Ballfolge wird zwischen 3-5 mal ausgeführt bevor sie unterbrochen wird. Spieler 1 entscheidet sich zwischen dem dritten und fünften Ball einen Stoppball in die Rückhand von Spieler 2 zu spielen (3). Nach diesem Ball ist freies Spiel. Der Punkt wird ausgespielt.

Kurzbeschreibung der Trainingsübung

• Aufschlag (1) von Spieler 1
• Rückschlag cross (2) von Spieler 2
• Vorhandduell (2) von Spieler 1 und Spieler 2 (3-5 mal)
• Stoppball 3 von Spieler 2 zwischen dem 3ten und 5ten Ballwechsel
• frei

Matthias Bormann

9. März 2014 um 23:25

Trainingsübungen für die Reaktionsfähigkeit – Übung 1

Die Reaktionsfähigkeit zählt zu den koordinativen Fähigkeiten und wird im Tennis nahezu bei jedem Ballwechsel benötigt.

Wie ist die Reaktionsfähigkeit definiert?

Ein bekannter Wissenschaftler, der sich mit dem Thema Koordinationstraining auseinander setzte, ist P. Hirtz. Er schrieb, dass die Reaktionsfähigkeit die Fähigkeit einer schnellen zweck- und aufgabengerechten Einleitung und Ausführung kurzzeitiger Bewegungshandlungen auf verschiedene Signale ist. Diese Signale können akustisch, optisch oder taktil sein.

Reaktionsfähigkeit in der Grundausbildung

Bei der Grundausbildung im Kindes- und Jugendalter kommt es nicht bei jeder Trainingsübung darauf an, dass sie total „spielnah“ ist. Hier können auch Spiele, wie Feuer, Wasser, Sand eingesetzt werden, um das Reaktionsvermögen zu schulen. Ein weiteres bekanntes Spiel ist „Komm mit – Lauf weg“. Bei beiden Spielen ist die Schnelligkeit eng verknüpft mit dem Training der Reaktionsfähigkeit.

Im Folgenden wird eine Trainingsübung vorgestellt, die zur Schulung der Reaktionsfähigkeit infolge eines akustischen Reizes dient. Der Trainer steht dabei auf der Seite oben in der Zeichnung. Er hat in einem Ballkorb ganz viele Bälle. Der Spieler steht mit dem Rücken zum Tennisnetz. Die Übung ist einfach. Sobald der Trainer „Hepp“ ruft, dreht sich der Spieler um und muss auf den Ball, welchen der Trainer einspielt reagieren. Der Trainer spielt den Ball entweder parallel auf die Vorhand ein (1), auf die Mitte ein (2) oder auf die Rückhand ein (3). In allen drei Fällen soll der Spieler in die Vorhandseite spielen. Nach dem Schlag geht er wieder zur Grundlinie zurück, dreht sich um und wartet auf das nächste akustische Signal des Trainers.

Kurzfassung der Übung

• Spieler steht mit dem Rücken zum Netz an der Grundline
• Trainer steht am Balleimer
• Wenn der Trainer das Signal „Hepp“ gibt, spielt er gleichzeitig einen Ball ein, auf den der Spieler reagieren muss

Matthias Bormann

2. März 2014 um 23:22

Koordinationstraining im Tennis

Wissenschaftliche Studien belegen, dass ein Koordinationstraining vor allem im Kindes- und Jugendalter hilfreich ist, um die sportliche Technik schneller und effektiver zu erlernen.

Welche koordinativen Fähigkeiten gibt es?

Einer der renommiertesten Autoren im Bereich Trainingswissenschaften ist Jürgen Weineck. In seinem Buch „Optimales Training“ beschreibt er sieben koordinative Fähigkeiten, welche an den deutschen Universitäten gelehrt werden. Diese sind:

• Reaktionsfähigkeit
• Umstellungsfähigkeit
• Orientierungsfähigkeit
• Rhythmusfähigkeit
• Gleichgewichtsfähigkeit
• Differenzierungsfähigkeit
• Kopplungsfähigkeit

Welche dieser Fähigkeiten wird im Tennis benötigt?

Die Antwort auf diese Frage ist simpel: Alle. Bei nahezu jedem Ballwechsel muss man auf die Aktionen seines Gegners reagieren. Abgesehen von dem Aufschlag, welches der einzige Schlag im Tennis ist, auf den der Gegner keinen Einfluss hat, ist kein weiterer Schlag vorgegeben, sodass ein hohes Maß an Reaktionsfähigkeit benötigt wird.

Die Umstellungsfähigkeit wird dann benötigt, wenn beispielsweise ein Netzroller den normalen Flugweg des Balls stört und man darauf reagieren muss. An der Ausdrucksweise „reagieren muss“ merkt man bereits, dass viele koordinative Fähigkeiten parallel beachtet werden müssen und keine stupide Trennung möglich ist.

Die Orientierungsfähigkeit wird ebenfalls in jeder Situation des Matches gebraucht. Vor jedem Schlag muss man sich neu orientieren bzw. neu zum Ball stellen.

Um die Rhythmusfähigkeit zu erklären, kann man auf den richtigen Schlagrhythmus eingehen. Beispielsweise beim Slice sollte der Schlagrhythmus soweit automatisiert sein, dass dieser Schlag ohne großes Nachdenken verinnerlicht und ständig angewendet werden kann.

Die Gleichgewichtsfähigkeit wird beispielsweise benötigt, wenn ein weiter Ball in die Vorhand erlaufen wird und der Spieler vor allem auf dem Sandplatz zu diesem „hin rutscht“ und diesen zurückschlägt. Nun muss schnellstmöglich eine Position eingenommen werden, um wieder auf den nächsten Schlag des Gegners reagieren zu können.

Die Differenzierungsfähigkeit ist beispielsweise bei der Berechnung eines jeden ankommenden Balls gefragt. Hier muss genau erkannt/ differenziert werden, welche Flugkurve, welche Rotation, welches Tempo und welche Platzierung der Ball hat. Ausgehend davon wird der eigene Schlag geplant.

Die Kopplungsfähigkeit ist genau bei diesem nächsten und allgemein jedem Schlag gemeint. Jedes Teilkörpersegment muss koordiniert werden, damit die Gesamtkörperbewegung „rund“ wird.

Matthias Bormann

2. Februar 2013 um 14:06

Verbesserung der Schlagkraft und Schlaggeschwindigkeit

Grundschlagtechniken wie die Vorhand und die Rückhand bedürfen nicht nur einer korrekten technische Ausführung, sondern müssen auch mit der notwendigen Kraft gespielt werden. Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, die Armkraft in Verbindung mit speziellen Grundschlagübungen zu trainieren.

Vorhand- und Rückhandschläge imitieren

Zwei Spieler stehen sich im Abstand von 3-5 Meter gegenüber und werfen sich einen Medizinball wechselseitig zu. Der Medizinball sollte ein Gewicht von 1,5 Kilogramm aufweisen. Der Medizinball wird vom jeweiligen Spieler aus einer Seitwärtsbewegung heraus zum gegenüberstehenden Spieler geworfen. Dabei ist darauf zu achten, dass die Vorschlagbewegung den jeweiligen Tennisgrundschlag exakt nachahmt. Das Gegenstück der Übung ist, den Medizinball mit der Imitation der Rückhandschlagtechnik zum anderen Spieler zu werfen.

Der Fokus sollte bei den Wurfübungen sollte auf einer starken Körperrotation und einem kräftigen Abstoßen aus den Beinen heraus liegen. Führt der Spieler den Medizinballwurf mit der Vorhandtechnik aus, befindet sich die Wurf-/Schlaghand hinter dem Ball. Die andere Hand dient nur der Bewegungskontrolle und Stabilisierung.

Eine Besonderheit ist beim Wurf mit der Rückhand zu beachten. Auch hier liegt die Wurfhand oder Schlaghand hinter dem Ball, während die andere Hand den Medizinball nur stabilisiert. Allerdings wird die Rückhand hierbei mit dem Handrücken an den Medizinball angelegt, um eine exakte Rückhandbewegung aus dem Tennis zu simulieren.

Diese Übungen können nach folgendem Plan durchgeführt werden: 6-10 Wiederholungen, 3-4 Serien und 1-3 Minuten Pause)

Training der Grundschläge auf Zielflächen

Unmittelbar nach dem Wurftraining mit den Medizinbällen, werden die Rückhand- und Vorhandtechniken unter normalen Bedingungen trainiert. Der Trainer steht vor dem Netz, der Spieler in der Nähe der Grundlinie. Nun spielt der Trainer dem Spieler die Bälle in allen möglichen Varianten zu. (Verschiedene Höhen, körpernah/körperfern, usw.) Der Spieler ist angehalten, den Tennisball mit der größtmöglichen Geschwindigkeit auf vorgegebene Zielflächen zurückzuspielen.

Die Sequenzen werden folgendermaßen vorgegeben: 8-10 Wiederholungen, 3-4 Serien und dazwischen 1-2 Minuten Pause.

2. November 2012 um 17:33

Short Tennis in verschiedenen Ausführungen

Kreativität schulen

Die Übungsvariationen beim Short-Tennis sind praktisch unbegrenzt. Ein Trainer sollte seinen Spielern ein weitreichendes Improvisationsfeld und viel Raum für Kreativität lassen. Die Ausbildung eines individuellen Stils sollte immer im Vordergrund stehen.
Am besten gelingt das, wenn man spielerische Elemente in die einzelnen Übungen einfließen lässt. Die Tennisspieler sollen sich im Anfängerstadium beim Short-Tennis richtig „austoben“.

Fokus auf koordinativen Bereich

Desweiteren macht es in dieser Ausbildungsstufe Sinn, wichtige Grundschläge und erlernte Flugbälle mit einzubeziehen und damit zu festigen. Das trainingsmethodische Grundaugenmerk sollte im koordinativen Bereich liegen. So bietet sich insbesondere das Short-Tennis an, um das Tennisspiel mit beiden Armen zu schulen.

Short Tennis als Wettkampfform

2 Spieler stehen sich auf dem Short Tennis Feld gegenüber und spielen sich wechselseitig die Bälle über das Netz zu. Dabei können die Bälle sowohl als Grundlinienschlag als auch als Flugball gespielt werden.

So könnte man beispielsweise einen Wettkampf zwischen den einzelnen Spielerpaaren ausrufen. Welchem Paar gelingt es, den längsten Ballwechsel ohne einen Fehler zu erzielen? Eine weitere Aufgabenstellung könnte sein, in einem vorgegebenen Zeitraum so viele wechselseitige Ballberührungen wie nur möglich zu generieren.

Short-Tennis mit unterschiedlichen Schlagtechniken

Es gibt unzählige Möglichkeiten, die Spielform Short Tennis zu reglementieren. So wären Variationen denkbar, bei denen sich die beiden Spieler den Ball nur mit der Vorhand oder Rückhand zuspielen. Dabei könnte man weiter zwischen Flugball und Grundlinienball unterscheiden, auch ein doppelhändiges Spielen kann praktiziert werden.

Eine andere Variante wäre das Zuspiel entlang des Netzes – beide Spieler spielen sich den Ball über das Netz zu, indem sie sich auf einer gedachte Linie von Netzpfosten zu Netzpfosten bewegen. Erschweren könnte man das Netzpfostenspiel, indem man das paarweise „Netz-Wandern“ rückwärts ausführt.

Abschließend lässt man die Übungsform Short Tennis mit einer Spaßvariante ausklingen:

Die Spieler drehen den Tennisschläger in der Hand so, dass sie den entgegenkommenden Ball mit dem Griff zurückspielen müssen. Das kann am Anfang zwar zu einigen „Lachern“ führen, dient aber ebenfalls einer Schärfung und Verbesserung des Koordinationsvermögens.