Registrieren

28. August 2014 um 16:41

Training der Rückhand im Tennis – der Rückhand Winner

Hart geschlagenen Bälle sollten erst trainiert werden, wenn die Technik erlernt ist. Erst dann macht es Sinn als Tennistrainer direkt Übungen hierfür vorzugeben.

Sinn und Unsinn von hart geschlagenen Bällen mit der Rückhand

Man wird es nicht vermeiden können, dass gerade Kinder und Jugendliche im Training einfach mal “dranhauen” wollen. Im Gegenteil: Es erfordert viel Disziplin, dass eine Trainingsübung stets zu Ende gespielt wird, ohne, dass ein Kind dem Drang wiedersteht, auszutesten, ob auch einer harter Schlag funktioniert. Das ist gut so und nur logisch, weil es einfach mehr Spaß macht.

Generell ist mit der Vorhand ein besserer Hebel gegeben, sodass es in vielen Fällen mehr Sinn macht, sich für einen Endschlag auf die Vorhand umzustellen und diese schließlich möglichst hart und platziert einzusetzen. Bei der Rückhand bringt oftmals die Platzierung mehr, als der Versuch den direkten Punktgewinn mit einem sehr harten Schlag zu erzielen.

Rückhand longline als Winner

Die Rückhand als Winner einzusetzen macht in Spielsituationen Sinn, wenn der Gegner bereits weit in seine eigene Rückhand gedrängt wurde. Dann ist die Vorhandseite frei und die Möglichkeit ist gegeben eben longline zu punkten.

Eine Situation, wie sie durch eine Übung geschaffen werden kann ist folgende:

Spieler 1 (oben) und Spieler (unten) spielen gemeinsam eine Übung, bei der die Spieleröffnung nach einem Aufschlag geschieht. Der Aufschlag wird von Spieler 1 so ausgeführt, dass er bereits weit nach außen gespielt wird. Der erste Schlag von Spieler 2 ist Rückhand cross (1), dieser wird ebenfalls cross retourniert (2). Nach einem weiteren Cross geschlagenen Ball (3) von Spieler 2 erfolgt der Rückhand Winner longline (4) von Spieler 1. Sollte Spieler 2 den Ball erreichen, versuchen beide Trainingspartner den Punkt zu erzielen.

Kurzbeschreibung:

• Spieler 1: Aufschlag weit nach außen
• Spieler 2: Rückhand cross (1)
• Spieler 1: Rückhand cross (2)
• Spieler 2: Rückhand cross (3)
• Spieler 1: Rückhand longline als Winner (4)
• frei

Autor: Matthias Bormann

21. August 2014 um 16:40

Trainingübungen für die Rückhand – Teil 2

Nach der Phase der Technikerlernung, sollte diese gefestigt werden. Hierfür eignen sich zahlreiche Übungen, wovon im folgenden einige vorgestellt werden.

Rückhand cross, Rückhand longline in einer Übung

Der Wechsel zwischen dem Spielen des Balls einmal cross und einmal longline fällt vielen Tennisspielern schwer. Nicht nur die Körperdrehung, auch die Stellung zum Ball und der Armschwung werden geringfügig abgewandelt.

Um dies zu trainieren eignet sich folgende Übung:

Spieler 1, welcher sich auf der oberen Hälfte des Tennisfeldes befindet spielt passiv. Er verteilt die Bälle so, wie es das Schema der Übung vorgibt und ermöglicht durch präzise Zuspiele, dass Spieler 2 die Techniken Rückhand Cross und Rückhand longline üben kann. Spieler 2 achtet besonders auf die Feinabstimmung der Schlagbewegung und bekommt alle Bälle auf den gleichen Punkt auf der Rückhand gespielt.

Beide Spieler spielen je 2 Bälle Rückhand cross. Danach spielt Spieler 2 zwei Bälle Rückhand longline, die Spieler 1 ebenfalls longline zurückspielt. Die Aufgabe ist es nicht sich die Bälle “um die Ohren” zu hauen. Jeder der beiden Trainingspartner spielt auf Sicherheit, sodass beide gezielt ihre Technik üben können:

Kurzbeschreibung:

• Spieler 1: 2 mal Rückhand Cross
• Spieler 2: 2 mal Rückhand Cross
• Spieler 1: 2 mal Rückhand longline
• Spieler 2: 2 mal Rückhand longline
• Übung beginnt von vorn und wird solange gespielt, bis ein Fehler erfolgt

Viele Wiederholungen durch einen Anreiz

Gerade Kinder und Jugendliche brauchen einen Anreiz, um in der Phase der Technikerlernung häufig beispielsweise Cross – Cross oder Longline – Longline zu üben. Hierfür eignet sich beispielsweise ein Wettkampf.

Welches Spielerpaar schafft die meisten Wiederholungen?

Durch das Zählen der gespielten Bälle entsteht ein kleiner Wettkampf. Kinder wollen sich immer messen, sich vergleichen – wer ist der bessere? Durch diese simple Abwandlung wird ein Reiz gegeben. Wichtig ist, dass der Trainer die Zählmethode festlegt. Es gibt die Varianten. Zählen jedes Balls, der geschlagen wird oder zählen der Ballwechsel.

Die Übung lässt sich natürlich abwandeln. Eine Möglichkeit sieht wie folgt aus:

Spieler 1 spielt immer passiv und bekommt jeden Ball auf die Rückhand gespielt. Spieler 2 bekommt den ersten Ball auf die Rückhand und den zweiten Ball auf die Vorhand. Ist diese Kombination abgeschlossen zählt dies wie “Eins”. Nun wird das Schema erweitert. Spieler 2 muss nun zwei Bälle mit der Rückhand und einen mit der Vorhand spielen “Zwei”. Die nächste Stufe sind drei Bälle mit der Rückhand und einer mit der Vorhand “Drei”. Dieses Schema lässt sich sehr weit fortführen. Sinnvoll ist es als Trainer zu bestimmen, wie viele Wiederholungen geschafft werden sollen, bis die Übung beendet ist. Die Alternative ist eine Zeitvorgabe.

Autor: Matthias Bormann

14. August 2014 um 16:38

Trainingübungen für die Rückhand – Teil 1

Egal, ob die beidseitige, oder ob die einseitige Rückhand eingesetzt wird, der Erfolg tritt nur bei stetigem Üben ein.

Die Erlernung der Rückhand Schlagtechniken

Um die Rückhandtechnik zu erlernen, sollte zunächst das Ballgefühl vorhanden sein. Gerade im Kindertraining wird hierfür oftmals den Kindern freier Lauf gelassen. Wichtig ist es viele Bälle über das Netz oder auch ohne Netz zum Trainingspartner zu spielen. Gezielt sollte mit Vor- oder Rückhand gespielt werden, ohne konsequente Technikkorrektur. Der Spaß am Spiel steht hierbei im Vordergrund. Ist das besagte Ballgefühl, das Gefühl für Raum, Zeit und Schlagtreffpunkt erlernt, so kann der Trainer konkrete Anweisungen zur Technikerlernung geben. Dafür eignen sich dann die Beschreibungen der vergangenen beiden Artikel. Wird dem Kind von vornherein beigebracht, dass es die Schlagphasen gibt und wie sie sich unterscheiden, kann man konkret darauf eingehen und Verbesserungsvorschläge bringen.

Übung für die Ballsicherheit mit der Rückhand

Eine simple Übung zur Ballsicherheit ist das Spielen im Cross-Cross. Jeder Spieler befindet sich auf einer Hälfte des Tennisplatzes. Durch die Endlosübung Cross – Cross wird das Gefühl für die Länge, den Ballabsprung und für die Technik an sich geschult. Zur Technikerlernung ist es sogar noch besser, wenn der Trainer aus dem Balleimer zuspielt. Dann landet jeder Ball exakt auf dem für die Erlernung der Technik optimalen Punkt. Der Spieler muss sich nicht großartig bewegen und kann sich voll und ganz auf die Ausführung der Schlagtechnik konzentrieren.

Um die Übung etwas komplexer werden zu lassen ist folgende Anpassung möglich:

• Spieler 1: Rückhand Cross in unbestimmter Häufigkeit (1)
• Spieler 2: Rückhand Cross in unbestimmter Häufigkeit (1)
• irgendwann entscheidet sich Spieler 2 einmal longline zu spielen (2)
• dieser Ball muss von Spieler eins zurückgespielt werden und das Schema geht von vorn los (1)

Autor: Matthias Bormann

7. August 2014 um 16:38

Die beidseitige Rückhand im Tennis

Es ist Geschmackssache, welche Schlagtechnik, ob einseitige, oder beidseitige Rückhand gespielt werden. Selbst die Profis wenden unterschiedliche Schlagtechniken an. Man sollte sich jedoch auf eine der beiden spezialisieren, um nicht ständig hin und her wechseln zu müssen.

Einseitige Rückhand – Die Schlagtechnik

Zunächst geht es wieder um den Punkt der Schlagvorbereitung. Als Griffform kann der Easternrückhandgriff und der Kontinentalgriff zum Einsatz kommen. Zunächst stellt sich der Tennisspieler mit breitem dynamischen Split-Step in die optimale Position. Je nach Situation wird die Schlagstellung angepasst. Es kann zur offenen, halboffenen oder geschlossenen Schlagstellung kommen, je nachdem, wie der vorher gespielte Ball ankommt.

Die Ausholphase

Zunächst wird die Schlagbewegung durch eine Drehung der Schulterachse eingeleitet. Dabei wird das Körpergewicht durch eine Verlagerung auf das vordere Bein gebracht. Wie auch beim einseitigen Rückhandgriff wird dadurch Vorspannung aufgebaut. Dabei sind die Arme angewinkelt und der Schlägerkopf bis ca. auf Kopfhöhe nach hinten geführt. Durch einen großen Schritt sollte versucht werden die Balance zu halten.

Die Schlagphase

Während der Schlagphase wird der Schlägerkopf unter den voraussichtlichen Treffpunkt des Balls gesenkt. Dabei sollten die Arme und das Handgelenk berücksichtigt werden. Bei der Ausführung des Schlags dominiert die obere linke Hand. Der Treffpunkt ist seitlich vor dem Körper, je nach Situation befindet sich dieser zwischen Hüfte und Schultern. Die Arme werden dabei leicht gebeugt und der Schlägerkopf wird von unten nach oben beschleunigt.

Die Ausschwungphase

Die Beschleunigung des Schlägerkopfs wird nun weiter fortgesetzt. Wichtig ist wieder keine abrupte Abbremsbewegung. Im Normalfall sollte der Schläger über die Schulter ausschwingen. Schließlich erfolgt eine ökonomische Abbremsbewegung, die bei angewinkelten Armen geschieht.

Autor: Matthias Bormann

31. Juli 2014 um 16:38

Die einseitige Rückhand im Tennis

Die Rückhand kann eine echte Waffe im Tennisspiel werden, wenn man sie richtig beherrscht. Viele nutzen sie jedoch nur zum Ballhalten, um später mit der Vorhand hart zu punkten. Es gibt zwei Techniken, die für die Rückhand genutzt werden. Diese werden im folgenden vorgestellt.

Einseitige Rückhand – Die Schlagtechnik

Generell wird die Bewegung in drei Phasen eingeteilt. Diese Phasen sind die Ausholbewegung, die Schlagphase und die Ausschwungphase. Im Vorfeld der Bewegung sollte ein breiter dynamischer “Split-Step” zum Ball gemacht werden. Die Schlägerhaltung ist geschlossen, bei Zeitdruck kann diese auch offen sein. Die Griffform nennt sich “Extremer Rückhand Griff”, auch bezeichnet als Easternrückhandgriff.

Die Ausholphase

Nun zu den einzelnen Schlagphase. Jede Schlagtechnik beginnt mit einer Ausholphase. Diese wird durch eine Drehung der Schulterachse und unter Hilfe der linken Hand am sog. Schlägerherz eingeleitet. Dadurch kommt es zum Aufbau von Vorspannung. Durch Absenken des Körperschwerpunkts durch Verlagerung des Körpergewichts auf das linke Bein wird auch dieses vorgespannt, um später die notwendige Dynamik zu entwickeln. Der Schlägerkopf sollte ungefähr auf Kopfhöhe vorgeführt werden.

Die Schlagphase

Die Schlagphase wird eingeleitet durch das Auflösen der Vorspannung von unten nach oben. Dies geschieht dadurch, dass die linke Hand sich vom Schlägerherz löst. Der Schlägerkopf wird gleichzeitig unter Berücksichtigung des Handgelenks, soweit nach unten gesenkt, bis der voraussichtliche Treffpunkt des Balls erreicht ist.

Der Treffpunkt des Balls ist ein wesentliches Element während dieser Phase. Der Schlägerkopf wird währenddessen von unten nach vorne oben optimal beschleunigt. Kurz bevor der Treffpunkt erreicht ist, geht der Schlagarm in eine leichte Streckung über. Dabei wird das Handgelenk fixiert, sodass eine optimale Energieübertragung erhalten wird.

Die Ausschwungphase

Bei der Ausschwungphase wird die Bewegung der Schlagphase fortgeführt. Diese wird weit nach oben weitergeführt und schließlich langsam (ökonomisch abgebremst).

Autor: Matthias Bormann

19. Juli 2014 um 13:57

Biomechanisches Prinzip des optimalen Beschleunigungsweges

Auch das Prinzip des optimalen Beschleunigungsweges zählt zu den biomechanischen Prinzipien und führt gemeinsam mit den bereits in den früher betrachteten Prinzipien zur optimalen Ausführung einer Schlagtechnik.

Grundlagen des Bewegungsprinzips

Das Ziel dieses Prinzips ist es dem Körper die optimale Endgeschwindigkeit zu vermitteln. Hierbei ist wieder die bereits erwähnte kinematische Kette der Teilbewegungen relevant. Nur wenn alle Teilbewegungen optimal abgestimmt sind, ist auch die Endgeschwindigkeit des Schlags optimal.

Den Balltreffpunkt optimal steuern

Der Balltreffpunkt ist die wichtigste Teilkomponente während des gesamten Schlags. Um diesen mit der optimalen Geschwindigkeit zu erreichen, so erfolgt zunächst eine Ausholbewegung in die entgegen gesetzte Richtung. So ergibt sich genügend Zeit und Raum um die Kraft auf den Schläger und schließlich auf den Ball zu übertragen.

Wichtig ist auch dass die Ausholbewegung nicht zu lang wird. Dann wäre nämlich die Schwerkraftkomponente mit eingebunden und ein Teil der vorhandenen Kraft verpufft. Außerdem geht eine weite Ausholbewegung mit einem Zeitverlust einher und führt zu Problemen beim Timing des gesamten Schlages. Im Moment des Treffpunktes beträgt die Kontaktzeit zwischen Ball und Schläger lediglich ca. 0,003 bis 0,005 Sekunden. In diesem Moment kann der Flug des Balls nicht mehr beeinflusst werden, sodass die Schlagvorbereitung hauptverantwortlich für die Qualität des Gesamtschlages ist.

Autor: Matthias Bormann

12. Juli 2014 um 13:56

Biomechanisches Prinzip der Impulserhaltung

Das Prinzip der Impulserhaltung zählt zu den Biomechanischen Prinzipien, die auch im Tennis wichtig sind, um jede Bewegung optimal zu vollziehen.

Präzision bei jedem Schlag

Im Tennis wird jeder Ball nach den Prinzipien Tempo, Rotation, Platzierung und Flugkurve beurteilt. Um diesen zielgenau und mit einem gesunden Maß an Tempo und Rotation spielen zu können, ist einer der wichtigsten Faktoren der Balltreffpunkt – sprich die Präzision bei dem Schlag. Dies wird durch die frühzeitige Einleitung der Anlauf-, Abgleit- und Anschwungbewegung gewährleistet.

Wichtige Faktoren, um dies zu ermöglichen sind folgende. Der Körper sollte während des Treffpunkts im Gleichgewicht sein. Außerdem sollte sich der Körperschwerpunkt (KSP) weitgehend hinter der Schlaghand befinden.

Wichtige Faktoren für den Erhalt des Gleichgewichts

Das Gleichgewicht wird durch die Stellung und die Ausgeglichenheit der Extremitäten wesentlich beeinflusst. Hierbei kommt es zum Beispiel auf die Kopfstellung an. So sollte der Kopf bei jedem Schlag aufrecht und ruhig gehalten werden. Befindet sich der Kopf in Seitenneigung, so wird das Gleichgewicht (GGW) labiler. Der Hintergrund ist, dass sich das Gleichgewichtsorgan im Ohr befindet.

Ein weiterer wichtige Punkt ist die Stellung des Oberkörpers. Dieser sollte möglichst aufrecht gehalten werden. Ist der Oberkörper in starker Seitenneigung, so führt dies zu Stellungslabilität.

Die Beinstellung ist ebenfalls sehr wichtig. So sollten sich beide Beine sowohl bei der Ausgangs- als auch bei der Schlagstellung in einer breiten Position befinden. Dies hat zur Folge, dass sie eine breite Stützfläche, ein breites Fundament bilden.

Neben den bereits erwähnten Faktoren spielt die Entfernung des Körperschwerpunktes zur Stützfläche eine wichtige Rolle. Durch ein Beugen der Knie wird der KSP näher zur Stützfläche gebracht. Dies hilft dem Spieler immens im optimalen Gleichgewicht zu bleiben. Je weiter der Körperschwerpunkt sich von der Stützfläche entfernt, umso labiler wird der Körper und umso komplizierter wird eine optimale Schlagausführung.

Autor: Matthias Bormann

5. Juli 2014 um 13:55

Biomechanisches Prinzip der Koordination der Teilimpulse

Auch das Prinzip der Koordination der Teilimpulse zählt zu den biomechanischen Prinzipien. Es wirkt stets gemeinsam mit die vier anderen Prinzipien und dient der Verdeutlichung, dass es sich um eine Reihe gleichzeitig bzw. unmittelbar nacheinander ablaufender Bewegungen handelt.

Die kinematische Kette

Bei dem Prinzip der Koordination der Teilimpulse geht es speziell um die zeitliche Erfassung der ablaufenden Bewegungen. Es handelt sich um eine Impulsübertragung über mehrere Teilkörper, die unmittelbar aufeinander folgen. Dies wird als kinematische Kette bezeichnet.

Die kinematische Kette im Tennis

Am Beispiel der Vorhand im Tennis wird nun das Auflösen der Schlagphase von unten nach oben beschrieben. Der Schlag beginnt genau betrachtet bereits im Sprunggelenk, führt anschließend über Unterschenkel, Oberschenkel, Hüfte und über die Schulter bis hin zu Unterarm und Handgelenk. Der Kraftimpuls wird ausgehend vom Sprunggelenk von einem Glied der Kette immer auf das nächste übertragen.

Das Ziel ist es eine möglichst hohe Beschleunigung zu erzielen. Dies kann dadurch erreicht werden, indem der Spieler einen möglichst grossen exzentrischen Krafteinsatz hervorgerufen durch den Druck auf den Boden entwickelt. Anschließend erfolgt ein explosive Abdruck vom Boden, sodass dem exzentrischen Krafteinsatz ein direkter konzentrischer Krafteinsatz folgt.

Wird einer dieser Krafteinsätze vorzeitig oder zu spät auf das nächste Glied der Kette übertragen, so kommt es zu einer koordinativen Störung der kinematischen Kette und die Bewegung wirkt nicht mehr “rund”.

Autor: Matthias Bormann

12. Juni 2014 um 13:54

Biomechanisches Prinzip der Gegenwirkung

Das Prinzip der Gegenwirkung ist eines von fünf biomechanischen Prinzipien, die für die Feinabstimmung der sportlichen Bewegung verantwortlich sind.

Die Newtonschen Gesetze

Insgesamt gibt es drei Newtonsche Axiome. Diese sind:

• das Trägheitsprinzip
• das Aktionsprinzip
• das Wechselwirkungsprinzip

Bei dem biomechanischen Prinzip der Gegenwirkung rückt das Newtonsche Axiom “Aktion = Reaktion” – das Wechselwirkungsprinzip in den Vordergrund. Das Gesetz besagt, dass Kräfte immer paarweise auftreten. Übt also ein Körper A auf einen Körper B eine Kraft F aus, so wirkt diese in gleicher Größe aber entgegen gerichtet von Körper B auf Körper A. Mit anderen Worten: “Wer hinfällt tut sich weh”.

Prinzip der Gegenwirkung bezogen auf Tennis

Jede Schlagtechnik hat eine unterschiedlich ausgeprägte Gegenbewegung zur Folge. Wird also ein Vorhand Topspin gezogen, so folgt nicht nur die Bewegung im Arm bei der Schlagausführung selbst, sondern es werden vom Körper auch Gegenbewegungen eingeleitet, um die optimale Kontrolle des Schlages zu ermöglichen.

Ein Beispiel ist hierbei das Service. Hierbei erfolgt die Schlagbeschleunigung nicht nur durch das Drehen und abkippen der Schulterachse, sondern auch durch ein explosives Abdrücken des Fusses vom Untergrund. Der Abdruck vom Boden wirkt sich folgendermaßen aus:

• Senkung des Körperschwerpunktes
• Ausübung von Druck auf den Boden (Aktion)
• Explosiver Abdruck (Reaktion)

Das Abdrücken vom Boden hat nicht nur die Gewinnung an Höhe (insbesondere beim Absprung vor dem Aufschlag) zur Folge. Es dient ebenso die Bodenreaktionskraft dem Entladen der gespeicherten Energie und ist somit entscheidend für den optimalen Beschleunigungsweg.

Autor: Matthias Bormann

5. Juni 2014 um 13:53

Biomechanisches Prinzip der Anfangskraft

Das Prinzip der Anfangskraft zählt zu den biomechanischen Prinzipien, von denen es fünf Stück gibt. Es dient der Schlagvorbereitung.

Vordehnung

Das Ziel ist es in vielen Fällen eine möglichst große Kraftwirkung in der Schlagbewegung zu erzielen. Der Vordehnungsprozess der während der jeweiligen Schlagtechnik erforderlichen Muskulatur ist dafür unerlässlich. Wissenschaftlich betrachtet sollte der Muskel über seine Ruhelänge hinaus verlängert werden. Dies bis etwa unterhalt des Dehnungsmaximums, um eine optimale Energiespeicherung zu gewährleisten.

Vordehnung am Beispiel der Vorhand Schlagtechnik

Bei der offenen Schlagstellung bei der Ausführung der Vorhand im Tennis wird die Vordehnung von oben nach unten eingeleitet. Diese beginnt mit der Drehung der Schulterachse. Als nächstes führt sie weiter über den Rumpf, zum Oberschenkel, zum Unterschenkel und schließlich zum Sprunggelenk.

Diese Reihenfolge wird auch als kinematische Kette bezeichnet. Die Abstimmung der dabei erforderlichen Einzelbewegungen beeinflusst direkt die Qualität des stattfindenden Schlages.

Der Vordehnung schließt sich eine Muskelkontraktion an. Je besser die Vordehnung und die sich anschließende Muskelkontraktion abgestimmt sind, umso ökonomischer läuft die Bewegung ab und umso effektiver wird die bei der Vordehnung gespeicherte Energie in den Tennisschlag weitergeleitet.

Autor: Matthias Bormann